#AllesGehtAnders Die Innovations-Schaukel A & O. Heute schon trainiert?

Gepostet am 5. August 2016 in 44Fragen, Blog, Ideen, Mehrwert, Meine Meinung

#AllesGehtAnders Die Innovations-Schaukel A & O. Heute schon trainiert?

Nach drei Stunden im Ideen-Parcours kritisierte mich der Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens mit 350 Mitarbeitern und rund 100 Millionen Euro Umsatz: „Wann kommt endlich die geniale Idee, Herr Gaedt?“ Ich musste innerlich lachen. Spontan fragte ich ihn: „Wie lange hat Ihre Ausbildung gedauert? Wie lange haben Sie gelernt bis zur Meisterprüfung? Wie lange mussten Sie sich im Geschäft bewähren, bis Sie Geschäftsführer wurden?“ Drei Jahre duale Ausbildung. Arbeit als Geselle. Meisterschule. Nach 20 Jahren war er Geschäftsführer geworden.

Ideenmeister in drei Stunden? Wie naiv und anmaßend

Wie oft probieren Köche neue Gerichte, bis sie schmecken? Wie viele Torschüsse braucht ein Fußballprofi, um Torschützenkönig zu werden? Wer nicht oft genug schießt, wird zu wenige Treffer erzielen. Und dafür hat er sehr lange trainiert.

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Herbert Grönemeyers Karriere startete mit vier erfolglosen Alben, so dass die Intercord Ton GmbH den Vertrag kündigte. Erst mit dem fünften Album kam der Erfolg – scheinbar über Nacht – mit Hits wie „Männer“, „Bochum“, „Alkohol“ und „Flugzeuge im Bauch“. Hätte Grönemeyer solche Songs schreiben können ohne die Durststrecke? Grönemeyers sechstes Album Ö hielt 22 Jahre lang den Rekord als erfolgreichstes deutsches Album mit 14 Wochen auf Platz 1 der Charts. Sind Sie bereit zu fünf Anläufen? Wie weit geht Ihr Risikoappetit? Drei oder vier Anläufe? Hätten Sie den Mut zum fünften Album gehabt? Vor Erfolgen steht nicht nur die Bereitschaft zu scheitern, sondern häufig tatsächlich das Scheitern.

Wieso sollte es auf Anhieb klappen? 

Könnten Sie auf Anhieb die Gold-Medaille im Reiten, Schwimmen oder Tischtennis holen? Sie brauchen Training. Dasselbe gilt für Ideen und deren Umsetzung. Viel Training führt zur Ideen-Meisterschaft. So wie in jeder Disziplin. Um Meisterinnen und Meister zu werden, gibt es hunderte Methoden und Kreativitätstechniken: Brainstorming, Brainwriting, 6-3-5, sechs Denkhüte von De Bono, Bionik, Mindmap, Bisoziation, Scamper, Walt-Disney, Relevanzbaumanalyse, Morphologischer Kasten, Osborn-Checkliste. Alle Kreativitätstechniken wollen nur das Eine: Neue Ideen. Spaß. Offenheit. Diversität. Regelbruch. Auf den Kopf stellen. Um die Ecke denken. Blick über den Tellerrand. Aufbruch ins Unbekannte. Aber ist nicht schon das Wort Kreativitätstechnik ein Widerspruch in sich selbst? Kann eine Technik zuverlässig auf Knopfdruck Kreativität bewirken? Ist eine standardisierte Methode nicht das krasse Gegenteil von Kreativität?

Instant. J E T Z T. Sofort!

Wir wünschen uns eine hundertprozentige Lösung. Eine Technik, die augenblicklich wirkt wie eine Schmerztablette. Lösliche Kreativität wie Kaffeepulver. Ein Wirkstoff mit Garantie! Eine Instant-Lösung! JETZT! SOFORT! Methoden geben das Gefühl, Kreativität im Griff zu haben. Ideen sollen vorhersagbar werden: „Im Team-Meeting zwischen 9 Uhr und 11 Uhr steht Innovation auf dem Plan. Da sind wir kreativ.“ Kreativitätstechniken bieten weder eine Garantie für gute Ideen noch sind sie ein Selbstzweck. Bewährte Methoden können Geistesblitze provozieren. Sie sind Trainingsgeräte für die Ideenfitness, eine wertvolle Hilfe. Das Ziel bleibt, die Krücken wieder loszuwerden. Aber vorher machen Sie drei Wochen lang Reha. Training von 8 bis 12 und von 14 bis 18 Uhr. Machen Sie dasselbe mit Kreativitätstechniken. Wenden Sie acht Stunden pro Tag die Walt-Disney-Methode an, und ich garantiere Ihnen, dass Sie hinterher ideenfitter sind. Nach drei Wochen Disney-Reha brauchen Sie die Methode nicht mehr, weil Sie völlig frei die Regeln des Spinnens beherrschen. Kreativitätsmethoden machen uns nie sofort kreativer. Kurze Einführung. Loslegen. Berge grandioser Ideen. So der Wunsch. Im Sport würde man Sie für diese Ansicht auslachen. Wenn Sie eine Technik üben, üben, üben, dann wird sie Ihnen beim kreativen Mixen helfen.

Ohne Krücken kreativ

Wichtiger als die einzelnen Methoden sind die Grundprinzipien der Techniken. Zum Beispiel das Denken in verschiedenen Rollen wie bei Walt Disney und die Blickwinkel von sechs Typen wie bei De Bonos sechs Denkhüten. Oft werden Analogien gesucht. Merkmale, Ähnlichkeiten und Entsprechung werden auf neue Situationen übertragen. Die Bionik nutzt Prinzipien der Natur. Die Struktur einer Lotusblume und Insektenflügel werden übertragen auf Oberflächen, Farben, selbstreinigende Kameragläser, Schwimmanzüge und Schiffsrümpfe. Eine 6.000 Kilometer lange Ameisenstraße provoziert neue Ideen für die Logistik. Seidenfasern von Spinnen sind drei bis fünfmal so zäh wie die stabilsten Kunstfasern und einzigartig in ihrer Dehnbarkeit. Übertragen werden sie auf Schutzwesten und auf gedrucktes Gewebe für medizinische Implantate. Methoden können helfen, Unpassendes zu mixen und Unmögliches zu denken. Das Ziel lautet, ohne Krücken zu laufen und ohne Kreativitätstechniken abgefahrene Ideen zu mixen. Ideenfitness braucht tägliches Training. Nicht jeder Jogger wird den New-York-City-Marathon gewinnen. Aber mit Training wird jeder Jogger besser. Ideen-Entwicklung ist kein Spaziergang. Das ist harte Arbeit und ein Parcours mit Regeln und Gesetzen.

Hektoliterweise Fragen-Durst

Krasse Fragen bringen krasse Ideen. Langweilige Fragen ziehen nur langweilige Ideen an. Herausragende IdeenFitness starten mit FragenFitness. Wo lernen wir, gekonnt zu fragen? Wie werden wir Fragen-Profis? Indem wir Fragen stellen. Weitere Fragen stellen. Und noch mehr Fragen stellen. Stellen Sie Fragen, die keiner stellt, dann bekommen Sie Antworten, die bisher keiner hat. Wie viele Fragen stellen Sie pro Tag? Statt sich zu ärgern, stellen Sie einfach an jeder roten Ampel, in Kassenschlangen und bei Verspätungen von Bus und Bahn – also immer beim Warten – Fragen. Mit etwas Übung schaffen Sie 44 Fragen beim Warten. Starten Sie jetzt! Ihre Fragenfitness wächst. Irgendwann stellen Sie 440 Fragen pro Tag und eine Million Fragen in sieben Jahren. Fragen führen immer zu überraschenden Antworten.

Was nicht geht, wird gemacht

Immer wenn man denkt, es geht nicht, muss man Grenzen überschreiten. Das Überschreiten von Grenzen ist der eigentliche kreative Prozess. Denn Kreativität geht über Grenzen. Ideenfitness durchbricht Grenzen, um bisher unbekannte Ideen zu sehen und neue Lösungen umzusetzen. Was bisher nicht ging, wird gemacht. Dazu braucht es ungestillten Risiko-Durst. Wer Ideenfitness will, die risikofrei ist, braucht mit dem Training nicht anzufangen. Ideenfitness ist aktiver Widerstand gegen alles Bestehende. Ideenfitness ist voller Hoffnung auf das Bessere, das noch kommt. Ideenfitness muss immer weiter, die nächste Frage stellen, den nächsten Berg erklimmen. Dabei wissen auch ideenfitte Menschen nie, wann die nächste geniale Idee kommt. Ideenfitte Spinner produzieren sehr viel Schrott. Das machen sie mit Begeisterung, denn sie wissen, mitten im Geröll ist der Diamant.

Ohne absurde, scheinbar unpassende Zutaten gibt es keine außergewöhnlichen Idee

Überraschungen sind das Salz in der Suppe. Immer die gleichen Zutaten führen zu den immer gleichen Speisen. Ein Cafébesitzer will einen echten Tapetenwechsel. Er holt sich den Gärtner aus dem Krokodilhaus des Zoos und lässt ihn sein Café gestalten. Der Gärtner häuft Sandhügel auf, pflanzt Schlingpflanzen und lässt Wasser einlaufen. Ins Wasser setzt er Krokodile und stellt die Tische und Stühle auf Brücken.

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Die Bilder gehen um die Welt. Krokodil-Cafés schießen wie Pilze aus dem Boden. Der Gärtner hat gar nichts Außergewöhnliches getan. Er hat das gemacht, was er tagtäglich macht – allerdings in einem völlig neuen Rahmen. Café + Wasser + Brücken + Krokodile. Geht nicht. Stimmt. Noch nicht. Bis es jemand macht. Ideenfitness ist im Kern die Kunst, scheinbar unpassende Zutaten neu zu mixen. Der außergewöhnliche Mix macht`s.

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Vorhandene Zutaten werden neu kombiniert. Entscheidend sind daher die Zutaten in Ihrer Vorratskammer. Was sehen und lesen Sie? Wovon lassen Sie sich anregen? Was können Sie unpassend kombinieren?

Ideen-Parcours

Der Ideen-Parcours ist nicht gerade. Rahmen. Zutaten. Mixen. Diamanten. Schliff. Mehrwert. Sechs Teile, jeder Bestandteil bringt seinen eigenen Wert in den Ideen-Parcours. Steht der Rahmen nicht fest, laufen Sie am Ziel vorbei. Spinnen und mixen Sie pausenlos ohne Analyse und Auswahl, werden Sie nie etwas umsetzen. Testen Sie Ihre Diamanten häufig genug? Lernen Sie schnell dazu, und lernen Sie Ihre Idee bestens kennen? Verstehen Sie die Stärken Ihrer Idee? Können Sie den Mehrwert perfekt schleifen? Die sechs Phasen sind kein Programm zum Abhaken, sondern ein Übungsparcours. Innovation ist kurvenreich. Mit überraschenden Brüchen und Abgründen genauso wie mit unerwarteten Brücken und Abkürzungen. Ideen sind immer anders. Deshalb gibt es keine Formel. Wenn Sie geübt sind, wissen Sie intuitiv, wo Sie sich im Prozess befinden und was als Nächstes ansteht: zum Beispiel ob Sie ein klares, messbares Ziel brauchen, bereits die Zutaten sammeln oder Ihre Vision äußern. Bevor Sie Ihr Ideeninstrument richtig virtuos spielen können, müssen Sie üben. Üben. Üben. Bis Sie ein ideenfitter Profi sind.

Die Innovations-Schaukel

Ideen brauchen Offenheit (O) genauso wie Klarheit (A). Für Ideen brauchen Sie das weite Spinnen (O) ebenso wie die glasklare Kritik (A).

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Das ist kein Entweder-oder. Es ist ein Miteinander und Zusammenspiel. Innovation lebt von der Unterschiedlichkeit von A & O. Daraus entsteht Spannung. Keine Entwicklung ohne Analyse und Auswahl, kein Schritt ohne Offenheit und Weite. Es ist ein permanenter Prozess, ein schwingendes Pendel vom A zum O zum A zum O. Das Schaukeln bringt die Idee in Schwung. Diese Energie kann die Welt verändern! „To rock“ heißt auch „pendeln, schaukeln“. Ideen pendeln hin und her, sie oszillieren: Analyse, Aufgabe und Auswahl, das sind konkrete und zielgerichtete Anteile des Ideenprozesses. Offenheit und Optionen, das sind weite und visionäre Anteile des Ideenprozesses. Beide Pole sind absolut notwendig, sie ergänzen einander.  So rocken Sie mit Ihren Ideen die Welt im Rhythmus von A & O. Ideen brauchen beides: Himmelhochjauchzende Offenheit und glasklare Analyse. A & O. O & A.

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Der nächste Schritt macht den Unterschied

Egal, wo Sie im Ideen-Parcours stehen. Der nächste Schritt ist immer der wichtigste Schritt.

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Bleiben Sie stehen, oder gehen Sie weiter. Lassen Sie sich entmutigen? Oder trägt Sie Ihre Risikofreude weiter? Reicht Ihr Durchhalte-Vermögen Tausende Schritte? Dann kommt  der 21.089. Schritt. Wenn Sie den gehen, ist genau dieser jetzt der Wichtigste. Der Entscheidende, um einen Schritt weiter zu kommen. Schritt. Schritt. Schritt. Ideenfit. Fit. Fit.

ALLES geht anders!

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