RisikoAppetit, DurchhalteVermögen und MutVersicherung. Wollen Sie Wandel? Wer bremst Sie aus? Beton heilt sich selbst

Gepostet am 21. Dezember 2017 in 44Fragen, Blog, Ideen

RisikoAppetit, DurchhalteVermögen und MutVersicherung. Wollen Sie Wandel? Wer bremst Sie aus? Beton heilt sich selbst

Immer lauter wird der Ruf nach digitalem Wandel. Können wir Wandel? Wollen wir Wandel? Wer will Wandel wirklich? Haben wir uns nicht prima eingenistet? Wer hat den größten Risikoappetit? Wer hat einen grenzenlosen Knall? Wer geht ‚all in‘ wie beim Pokern? Sind wir dazu bereit? „Europa fehlt die Risikokultur für einen Tech-Boom. In Europa fehlt es eindeutig […] an Risikoappetit.“, meint Patrick Healy, Europa-Chef der Investmentgesellschaft Hellman & Friedman. Wächst unser Risikoappetit? Oder wünschen wir uns Wandel ohne Risiko?

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Die Mut-Versicherung

Kann der Mut eines Menschen im Vorfeld neuer Ideen gemessen werden? Lässt sich der Mut-Quotient errechnen? Zum Beispiel Aufgabe durch Menge der Erfahrungen hoch Klima mal Jahreszeit? Sieht ein Arzt den Mut im Blutbild? Könnte ich vor der Mutprobe einen Schnelltest machen? Der Mut-Test stellt fest: Ihr Mutwert liegt bei x, das reicht, um Wahrheit y zu sagen. Oder: Der Mutwert reicht, um ein Unternehmen mit 20 Mitarbeitern zu gründen. Oder: Starten Sie die Revolution, einen so hohen Mutwert hatte noch niemand. Wäre der Mutwert messbar, könnten die Folgen aus mutigem Handeln professionell versichert werden. Eine geniale Geschäftsidee! Endlich könnten Menschen Dinge tun, für die der Mut-Test den passenden Mutwert nachweist! Sollte es schief gehen, zahlt die Versicherung den Schaden. Extremsportler und Innovationsmanager werden ihren Bewerbungen zukünftig Mut-Zertifikate beilegen. Zu klären wäre noch, ob der Mutwert international vergleichbar und massenkompatibel ist oder auf Dauer nur für Außenseiter und Spinner bleibt. Sind die persönlichen, politischen und gesellschaftlichen Umstände viel zu unterschiedlich für einen weltweit vergleichbaren Standard beim Mutwert? Wer ist der mutigste Mensch, den Sie kennen? Was zeichnet diese Person aus? Sind Sie auch mutig?

Mut ist extrem situationsabhängig. Mut lässt sich im konkreten Tun beobachten. Der Investor Ben Horowitz sucht in Startups neben der Durchbruchsinnovation den Mut der Gründer. Treffen sie unbequeme Entscheidungen – auch wenn es peinlich ist und sie sich damit bloß stellen? Der Gründer Christian Georgi überzeugte Ben Horowitz von seinem persönlichen Mut, als er ihm von seiner Flucht aus Rumänien erzählte. Christian Georgi riskierte 1989 alles, als er durch die Donau schwamm, um der Diktatur zu entkommen und in Freiheit zu leben. Dieser Mut, sein eigenes Leben zu riskieren, um die Freiheit zu gewinnen, sagte Ben alles über Christian. Er war mutig, unbequeme Entscheidungen zu treffen und entsprechend zu handeln. Das hatte er in einer konkreten, lebensgefährlichen Situation bewiesen. Dieser Mut ist in keinem Test theoretisch vorauszusagen.

Wie mutig sind Sie auf einer Skala von 1 bis 10? Das funktioniert nicht. Kein Mensch kann wissen, wie lange der eigene Mut ausreicht. Mut ist trainierbar, aber nicht planbar, denn jede Situation ist anders. Wir können im Voraus nicht wissen, ob wir einschreiten oder weglaufen, wenn vor unseren Augen Menschen verprügelt werden. Denken wir an die Menschen oder an mögliche Folgen für uns selbst? Beides ist legitim. Weiß man es vorher? Martin Niemöller, Pfarrer der Bekennenden Kirche, die Hitler gegenüber kritisch war, wurde 1937 verhaftet. Er überlebte und wurde nach dem Krieg gefragt, warum er ab 1933 mutig gegen Verhaftungen anderer protestiert hätte. Selbstkritisch sagte er: „Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Kommunist. Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Sozialdemokrat. Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Gewerkschafter. Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.“ Es braucht Mut und eigene Betroffenheit, um anders zu handeln als gewöhnlich. Christian Georgi wollte in Freiheit leben. Das motivierte ihn dazu, durch die Donau zu schwimmen.

Der Film Westwind zeigt die Flucht einer jungen DDR-Sportlerin in den Westen. Im Trainingslager in Ungarn verliebt sie sich in einen Mann aus Hamburg, der sie im Kofferraum über die Grenze von Ungarn nach Österreich schmuggelt. Beide sind so verliebt, dass ihr Mut alle Angst überwindet. Sie waren mutiger, als sie selbst für möglich gehalten hätten. Die Liebe veränderte alles und verlieh Flügel. Die Zwillingsschwester der Geflüchteten war auch in Ungarn, aber sie war nicht verliebt. Sie traute sich nicht zu fliehen. Sie wollte ihre Familie nicht verlassen und war im Sport erfolgreich. Warum hätte sie sich auf die Unsicherheit des Neuen einlassen sollen? Das Bekannte zu verlassen, braucht immer außergewöhnliche Kraft. Unbekanntes bringt immer Unsicherheit mit sich. Es kann besser oder schlechter werden. Vorher weiß man es nicht, und eine Mutwert-Versicherung springt natürlich nicht ein, wenn Schaden entsteht. Den Schaden zahlt man selbst.

alte Zöpfe in Ritterburgen

Manager bewachen die bestehenden Systeme und verteidigen ihre Privilegien so wie früher die Ritter ihre Burgen. Jeder würde das tun. Das ist kein Vorwurf, das ist menschlich. Wem es gut geht, der scheut Risiko. Niemand weiß vorher, ob es nach dem Risiko besser wird. „Organisationen haben heute mehr Manager als je zuvor. Das kostet rund 17 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, Deutschland um die 800 Milliarden.“ so Management-Berater Gary Hamel in Brandeins 12/2017. Er ruft zum Kampf gegen Bürokratie in Unternehmen auf. Etwas zu managen führt nie zu neuen Ideen.

Doch es wird so lange wie möglich der aktuelle Erfolg gemanagt, denn bisher Privilegierte könnten durch neue Ideen zu Verlierern werden. Marktmacht, Ansehen, Aufträge, Vorteile, Posten – alles bedroht durch Risiko. Das führt selbstverständlich zu Widerständen. Als Barthelemy Thimonnier 1830 die erste Nähmaschine erfand, wollten ihn die Schneider umbringen. Innovation findet nicht im luftleeren Raum statt. Irgendwer ist schon da und etabliert. Wer viel zu verlieren hat, schaut nicht tatenlos zu, wenn Innovation und Risiko kommen. „Europa ist ein Kap des Status quo. Das kleine Kap der eurasischen Landmasse glaubt noch an Privilegien, die längst überholt sind“, kommentiert Michael Stürmer. Wer viel zu verlieren hat, riskiert nichts, das den Status Quo angreift. Warum auch? Wer wäre so dumm, seine Privilegien freiwillig aufzugeben? Es geht uns gut, und so soll es auch bleiben. Jede Innovation schneidet alte Zöpfe ab. Der preußische Soldatenzopf galt nach der französischen Revolution als Symbol für Rückständigkeit. Welche Zöpfe würden Sie heute abschneiden? Fast jeder, der fortschrittlich war, wird im Laufe der Geschichte rückständig.

Selbstheilender Beton

Bei jeder Neuerung werden bisher Privilegierte zu Verlierern und steigen in die zweite oder dritte Liga ab. So wie die adligen Kanalbesitzer, die durch die Eisenbahnstrecke von Liverpool nach Manchester ihr Transportmonopol verloren haben. Als Stephenson 1825 die erste Eisenbahn in England von Liverpool nach Manchester bauen wollte, wurde sie noch vom Parlament abgelehnt. Erst ein Wettbewerb für Lokomotiven aus ganz Europa brachte die Wende. Die Gewinner-Lok von Stephensons Sohn besaß 25 Röhren für den Dampf. Bisher war nur ein Rohr üblich. Der Dampf trieb die Lokomotiven so langsam an, dass sie keine Bremsen hatten. Jetzt überraschte Stephenson mit Geschwindigkeit und gewann den Wettbewerb. Die Eisenbahn nach Manchester wurde gebaut. Das Monopol der adligen Kanalbesitzer verlor an Bedeutung. Sie waren die Verlierer der Geschichte. Die Bahn schnitt ihre alten Zöpfe ab. Doch diese kleine Clique von Privilegierten hatte den Bau der Eisenbahn um ein Jahrzehnt verzögert. Kennen Sie die Top 10 der möglichen Innovationsverlierer in Ihrer Branche? Beton, der sich selbst heilt. Welche Vision: Keine Staus mehr durch monate- und jahrelange Sanierungen. Und ein Kunststoff, der zehnmal stärker als Stahl ist.

Credit: Melanie Gonick/MIT
10 mal stärker als Stahl, Credit: Melanie Gonick/MIT

Ahnen Sie, wer hier um seine Privilegen bangt? Greifen Sie mit Ideen nicht frontal an. Der öffentliche Sieg der Eisenbahn in Liverpool zeigte den Mehrwert der Eisenbahn. Ideen brauchen die Chance, sich zu beweisen – im Ausprobieren. Lassen Sie Menschen Ihre Idee eleben, schmecken und fühlen. Bauen Sie sich eine Gruppe begeisterter Nutzer und ein Ökosystem von Partnern auf. Diese tragen Ihre Idee weiter. Wenn ein Pfeiler im System der Innovationsverlierer bröckelt, kann schnell die ganze Statik einbrechen. Aber freiwillig räumt keiner das Feld. Privilegien wird es immer geben. Wer sie genießt, wird sie verteidigen.

Verblassende Privilegien werden für Europa ein wachsendes Problem. Da wir die Auswirkungen noch nicht spüren, genießen wir den größten Wohlstand, den Europa je erlebt hat. Dieser Erfolg, von dem die meisten Europäer gut leben, ist auch ein Grund, Risiko zu vermeiden und privaten Wohlstand zu genießen. Betagte Organisationen müssen Neues verhindern zur Selbstverteidigung. Mit dem Alter sinkt die Risikobereitschaft. Deutsche Unternehmer altern im Schnitt schneller als die Bevölkerung, sie riskieren und investieren weniger. Die Angebote, Maschinen, Methoden und Produktionsstätten veralten. Darum können sich die Nachfolger kümmern. Unternehmer haben jahrzehntelang Mut bewiesen, ihr privates Kapital riskiert und Arbeitsplätze geschaffen. Sie waren der Motor des Wirtschaftswunders. Im Alter geht die private Altersvorsorge vor. Oder würden Sie auf den letzten Metern Ihre Altersvorsorge aufs Spiel setzen? Wo kommt Innovation her, wenn die Motoren altern? Gesellschaftlich führt eine sinkende Risikobereitschaft zu weniger Investitionen, weniger Innovationen und sinkender Wettbewerbsfähigkeit.

Angriff

Zurück zu Ihnen. Ihr Mutwert ist hoch, und Sie stürzen sich in die Markteinführung. Wer in einen bereits besetzten Markt eindringt, wird mit seiner Idee auf Granit beißen, denn die Platzhirsche haben Nachteile zu befürchten. Wer hätte durch Ihre Idee einen persönlichen und wirtschaftlichen Nachteil? Wer könnte sich durch Ihre Innovation angegriffen fühlen? Diese Personen werden alles tun, um eine Veränderung zu verhindern. Es ist völlig klar, dass Taxi-Innungen gegen Uber klagen. Da könnte ja jeder kommen und Gäste im privaten Auto fahren. Wo kämen wir da hin? Die Taxi-Innung klammert sich an alte Privilegien. Sie mag nach deutschem Recht sogar Recht bekommen. Doch zukunftsfähig ist das nicht. In den USA sprechen Freunde bereits wie selbstverständlich vom „ubering“. Das heißt nicht, dass Uber besser ist als Taxis. Uber spart Zeit, so Gary Vaynerchuck. Den Nagel auf den Kopf trifft Jakob Bauers Kommentar zum Geschäftsmodell von Airbnb: „Ich bin 80 % meiner Arbeitszeit auf Reisen in aller Welt. Hotels hängen mir zum Halse heraus […] Seit einem Jahr nutze ich Airbnb, der Abwechslung wegen. Mit Gastfreundschaft hat das nichts zu tun. Mit Geld sparen wenig. Meine Erfahrungen sind zu 95 % positiv und von mir aus kann das gute alte Hotel aussterben. Sympathisch finde ich airbnb nicht. Es ist ein Business-Modell wie jedes andere und die Hotelbranche ist an dieser Entwicklung selbst schuld.“ Hotels sind ein Geschäftsmodell. Airbnb ist ein Geschäftsmodell. Taxis sind ein Geschäftsmodell. Uber ist ein Geschäftsmodell. Am Ende entscheiden die Nutzer, welchen Service sie bezahlen. Wie lange hält das Bollwerk stand? Wann wird die Burg erobert? Könnte man progressiv in den Wettstreit um die besten Ideen einsteigen?

15 Milliarden Straßenbahn-Passagiere in L.A.

Kürzlich sorgte ein Video aus Los Angeles für Aufsehen. Aus einem Hubschrauber wurde der kilometerlange Stau gefilmt. In den 20er Jahren verfügte Los Angeles über das größte und beste Straßenbahnnetz der Welt. Das gesamte Stadtgebiet war durch öffentliche Verkehrsmitteln erschlossen. 15 Milliarden Passagiere. 90 Prozent aller Wege wurde mit Straßenbahnen gefahren. Der größte von 1.200 Tram-Anbietern hieß Red Car. Warum gibt es heute keine Tram mehr in L.A.? Wurde Red Car ein Opfer des Erfolgs? Wurden die Wagen trotz Milliardengewinnen nicht gepflegt bis sie ausgemustert wurden? Eine mögliche Erklärung. Auffällig ist, dass mehrere Unternehmen aus der Automobil- und Ölbranche über 100 Straßenbahn-Betriebe in 45 amerikanischen Städten aufkauften und von 1930 bis 1950 komplett abbauten. Die Tramtrassen eigneten sich hervorragend für Autobahnen. Erkennen Sie bei General Motors, Standard Oil of California, Phillips Petroleum, Firestone, Mack Trucks und der Federal Engineering Corporation ein gemeinsames Interesse? Sie verkauften mehr Autos, wenn keine Tram fuhr. Das Konsortium kaufte auch Stromerzeuger, und „steigende Energiepreise erodierten die Gewinnmargen der Straßenbahngesellschaften. […] Und wenn nicht die roten Zahlen die Betreiber überzeugten, halfen luxuriöse Geschenke wie Cadillac-Limousinen nach.“ Der Verkauf von Autos wurde angekurbelt und Arbeitsplätze geschaffen. Die Gewinne wurden quasi umgeleitet von den Tram-Anbietern zur Automobilindustrie. Eine geniale Idee aus Sicht der Automobilhersteller.

Freundschaftsdienst im Dienst

In Berlin wächst der Anteil von Fahrradfahrern schneller als der von Autofahrern. Aber nicht die Fahrrad-Lobby trifft regelmäßig die Kanzlerin, sondern Matthias Wissmann, der von 1993 bis 1998 Bundesminister für Verkehr war und seit 2007 der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie ist. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Wissmann ist Experte für Verkehr, sein Rat wird in der Regierung gebraucht. Auch Sie fragen Ihre Freunde, wenn Sie guten Rat brauchen. Warum sollten Politiker nicht Freunde fragen, wenn sie Expertenwissen brauchen? Da weiß man, was man hat. Wer seinen Freundeskreis aufgebaut hat, bleibt in dieser Gruppe. Soweit so gut – wenn nicht früher oder später eine Hand die andere waschen müsste. Zu blöd. Ein schmaler Grat. Haben Sie schon mal bewusst auf den Rat eines Freundes verzichtet, weil es einen Interessenskonflikt gab? Haben Sie noch nie einen Freundschaftsdienst im Dienst getan? Fast jeder kommt mal in Grauzonen. Aber wo ist die Grenze? Wenn Parteifreunde lukrative Aufträge aus der Politik bekommen. War er der Beste? Gab es andere? Oder war ihm jemand noch einen Gefallen schuldig? Auf Freunde kann man sich verlassen. Das hat sich bewährt. In Netzwerken, Old Boys‘ Clubs und Vetternwirtschaft kennt man sich. Freundschaft und Nachbarschaftshilfe sind wichtige Werte. Wo ist die Grenze?

Organisationen hacken

Ob Politik, Unternehmen oder karitative Organisationen, alle verbindet die Wahrung der eigenen Interessen. Die Entscheider an den Schalthebeln haben sich bewährt und hochgearbeitet. Logisch, dass jeder sofort in Verteidigungshaltung gegen Neues geht. Hand aufs Herz: Lassen Sie sich gerne hinterfragen? Wie reagieren Sie auf Kritik? Wägen Sie in Ruhe ab oder kontern Sie sofort? Daran scheitert Innovation: Niemand lässt sich gerne hinterfragen. Abwehr gegen Angriff ist zutiefst menschlich. Innovatoren werden wie Fremdkörper abgestoßen. „In den meisten Großunternehmen muss sich jemand, dem ein radikal neues Geschäftsmodell vorschwebt, an die Verteidiger des alten Geschäftsmodells wenden, um Mittel zu erhalten. Folglich hat allzu häufig derjenige das Vetorecht über die neue Sache, der die alte Sache lenkt“, schreibt Management-Berater Gary Hamel 2001 in „Das revolutionäre Unternehmen“.

Keiner weiß, was nach Uber, Snapchat oder Pinterest kommt. Innovation ist ein Spiel mit vielen Einsätzen: Die Wahrscheinlichkeit, ein Geschäftsmodell zu entwickeln, das die Dinge auf den Kopf stellt, hängt einzig und allein davon ab, wie viele strategische Optionen ich am Anfang schaffe… Man muss das bestehende Management-System hacken, also Experimente beginnen, um Firmen voranzubringen. Mehrere Tausend Mitarbeiter konnten über einen Zeitraum von zehn Wochen lernen, wie Unternehmer zu denken. Daraus entstanden rund 7000 Ideen aus allen Teilen der Organisation.“ so Management-Berater Gary Hamel in Brandeins 12/2017. Hacken Sie Ihre Organisation? Haben Sie großen Risikoappetit? Haben Sie Lust, neue Mehrwerte zu schaffen? Denken Sie GROSS? Machen sie GROSSES? Sind Sie selbst erschrocken von der GRÖSSE Ihrer Idee?

Bereit zum Misserfolg?

Innovation ist Glatteis. Die meisten Ideen sterben. Die meisten Unternehmsgründungen halten nicht, was die Gründer sich wünschen. Das ist Teil des Risikoappetits. Risiko bleibt Risiko. Es gibt keine Abkürzung ohne Risiko. Herbert Grönemeyers Karriere startete mit vier erfolglosen Alben. Und zwar so richtig fett erfolglos. Die Intercord Ton GmbH kündigte den Vertrag. Hätten Sie weiter gemacht? Grönemeyer ging weiter aufrecht und blieb dabei, Musik zu machen. Mit dem fünften Album Bochum kam der Erfolg. Und dann der Megaerfolg. Grönemeyers sechstes Album Ö hielt 22 Jahre lang den Rekord als erfolgreichstes deutsches Album mit 14 Wochen auf Platz 1 der Album-Charts. Grönemeyer ging jahrelang ins Risiko und gab nicht auf. Vor jedem Erfolg steht nicht nur die Bereitschaft zu scheitern, sondern tatsächlich das Scheitern. Hätten Sie die Kraft und den Mut zum fünften Album gehabt? Das fünfte Album war voller Hits wie „Männer“, „Bochum“, „Alkohol“ und „Flugzeuge im Bauch“. Hätte Grönemeyer solche Songs schreiben können ohne den langen Anlauf? Sind Sie bereit zu fünf Anläufen? Wie weit geht Ihr Risikoappetit? Drei, vier oder fünf Starts? Schätzen Sie Ihren Risikoappetit realistisch ein, damit Sie der Mut nicht mitten im Ideenfluss verlässt. Das erste Auto von Henry Ford lief erst nach sechzehn Jahren vom Band.

Neuer Risikoappetit in der Werbung. Das Video „Supergeil feat. Friedrich Liechtenstein“ brachte EDEKA auf youtube über 18 Millionen Klicks. EDEKA macht Spaß. Der Chef der Werbeagentur Jung von Matt, Peter Figge erzählt über die Entstehung des außergewöhnlichen Videos: „Natürlich hat es anfangs auch Leute gegeben, die Friedrich Liechtenstein zu hässlich fanden. Und dann dieser Bauch in der Badewanne. […] Aber ohne den Mut, ein Risiko einzugehen, kriegt man keine hohe Rendite“. 2015 folgte eine grandiose Steigerung. In nur zehn Tagen bekam #heimkommen über 40 Millionen Klicks – inzwischen über 58 Millionen Klicks. EDEKA gewinnt damit den Webvideopreis Deutschland 2016 in der Kategorie „Commercial“. Weltweit wurde über EDEKA und #heimkommen berichtet. #heimkommen kopiert Supergeil nicht, denn eine neue Idee überrascht nur ein Mal. Der Redakteur Santiago Campillo-Lundbeck lobt Edeka auf: „Es ist der mutigste Werbefilm, den man im deutschen Lebensmittelhandel je gesehen hat. Viele haben dieses Jahr ihre Kunden mit prächtigen Bildern und emotionalen Geschichten zum gemeinsamen Schlemmen und Feiern motivieren wollen, doch nur Edeka traute sich, die Themen Tod und Einsamkeit unter dem Weihnachtsbaum zu platzieren.“ Risikoappetit ist keine Garantie, aber eine zwingende Voraussetzung dafür, dass die Idee rockt. Wenn eine Idee herausstechen soll, geht es nicht ohne Risiko. Sind Sie bereit zum Misserfolg? Erst dann sind Sie bereit zum großen Erfolg!

Großer Erfolg

Der deutsche Film Victoria wurde in einem einzigen Take gedreht. Undenkbar bis dahin. One Take. Gefilmt wurde am 27. April 2014 zwischen 4.30 Uhr und 7 Uhr in der Friedrichstraße in Berlin-Kreuzberg und Mitte. Ohne Pause. Und das Ergebnis wurde unverändert im Kino gezeigt. Kein Schnitt. Was wäre, wenn wir 133 Minuten in One Take aufnehmen? „Total hirnrissig“, sagt der Regisseur Sebastian Schipper im Interview. Belohnt wurde das hirnrissige Risiko mit sechs deutschen Filmpreisen und dem Gewinn des Silbernen Bären der Berlinale 2015 für den Kameramann. Victoria ist weltweit der erfolgreichste deutsche Kinofilm seit „Lola rennt“. Der Erfolg von Victoria ist den beeindruckenden Schauspielern zu verdanken. Die Basis legte der Regisseur mit seiner Rebellion gegen den Stakkatoschnitt, gegen die Gleichmacherei der Filmindustrie durch immer schnellere Schnitte. Und dann kommt einer und macht 133 Minuten keinen einzigen Schnitt. Neu in der Filmgeschichte. Das Brechen von Regeln ist der erste Schritt zur Innovation.

Den Webvideopreis 2017 gewinnt WISHLIST. Gerade ist die zweite Staffel geatartet. Die gefeierte Mystery-Serie wurde von FUNK aus dem Boden gestampft und fesselt Zuschauer aller Couleur. Wenn etwas in die Hose geht, gibt es immer Besserwisser, die das schon vorher wussten. Haben Sie schon mal eine außergewöhnliche Idee von einem Besserwisser gesehen? Nein! Besserwisser sind viel zu vorsichtig, um ins Risiko des Unbekannten zu gehen. Gegen Besserwisser gibt es ein gutes Rezept, das Ben Horowitz empfiehlt: „Seid darauf vorbereitet, lächerlich gemacht zu werden.“ Doch „Aufhören? Für einen Unternehmer keine Option. Du machst etwas, das niemand vor dir gemacht hat – insofern bist du quasi permanent in einem sehr unkomfortablen Zustand.“ Natürlich werden außergewöhnliche Ideen verlacht. Umgeben Sie sich mit risikohungrige Mittäter. Suchen Sie Rat von Menschen, die selbst ins Risiko gehen, die wissen, wovon sie reden.

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So viel zu lernen

Wer nie im Risiko war, hat keine Ahnung. Wer nie seine persönliche Grenze durchbrochen hat, wer nie etwas Unerwartetes zugelassen hat, weiß nicht, was Risikoappetit bedeutet. Spinner gehen los, entdecken, bringen die Ideen mit, und oft weiß man erst Wochen oder Jahre später, ob die Idee läuft. Ohne den Dreiklang aus Mut, Risikoappetit und der Möglichkeit zu scheitern, bleibt alles stehen. Das Gehirn will Stabilität, es schafft Muster. Menschen erschaffen Organisationen als Barrikaden, um Standpunkte, Privilegien und unseren Wohlstand zu verteidigen. Muster und Organisationen helfen dabei, Energie zu sparen. Sicherlich helfen Standpunkte, Ordnung in das Meer der Meinungen bringen. Doch festgemeißelt für immer werden Standpunkte unkreativ und besserwisserisch. Sie verführen zum Stehenbleiben. Stillstand ist die scheinar sicherste Position.

Wir leben im Paradies der Chancen und Möglichkeiten und merken es häufig gar nicht. So viele Probleme, die nach neuen Lösungen schreien. Risikoaffine Grenzgänger werden am Probieren wachsen. Innovatoren lernen immer dazu, denn sie erleben Überraschungen. Reid Hoffman meint, echte Entrepreneure hörten nie auf, zu fragen: „Was kann ich noch lernen? Ich weiß, es gibt so viel mehr, das ich noch lernen kann“. Der selbst gewählte Sturm im Kopf lässt die Synapsen knallen und sich neu verbinden. Das Unerwartete regt an und formt frisches Denken. Immer derselbe Trott langweilt das Gehirn, denn Trott verstärkt bestehende Bahnen, Meinungen und Vorurteile. Persönlich wachsen kann man durch Erfolge und durch Misserfolge, der geistigen Frische nützt beides. Experimente sind für das Gehirn interessant, unabhängig vom Ausgang. Risikoappetit hält geistig jung, weil Sie nie aufhören, überrascht zu werden und Neues zu lernen. Permanent wächst Ihre Ideenfitness. Ohne neue Herausforderung kommt Stillstand.

Schließen Sie das Patentamt

Im Jahr 1899 schreibt Charles H. Duell, der leitende Angestellte des US-Patentamts, einen Brief an den Präsidenten der USA. Darin schlägt er vor, das Patentamt zu schließen. Hatte er keine Lust mehr zu arbeiten? Wurde er bestochen? Hielt er Patente für schädlich? War er gegen Aufschwung? Lehnte er Besitz grundsätzlich ab? Sah er in Patenten den Grund für Ungleichheit der Einkommen? Wollte er seine Entlassung provozieren? 1899 ist Google 100 Jahre vom Launch der Suchmaschine entfernt, kein Internet, keine Smartphones, keine Massen von Flugzeugen und Autos. Mr. Duell meinte, mit neuen Patentanmeldungen sei nicht mehr zu rechnen: „Es gibt nichts Neues mehr. Alles, was man erfinden kann, ist schon erfunden.“ 98 Jahre später gehörte ich zu den ersten drei Prozent in Deutschland, die eine E-Mail-Adresse hatten. Heute Standard. Times are changing. Always. Wie kam der Chef des US-Patentamts darauf, alles sei schon erfunden? Warum diese kolossale Fehleinschätzung? Er saß an der Quelle und las täglich Patentanmeldungen. Er sah Ideen lange vor der Öffentlichkeit. Er hatte mit Menschen zu tun wie Thomas Edison, der 2.332 Patente angemeldet hat, davon 1.093 Patente in den USA. Der Eiffelturm war erst 10 Jahre alt, als Duell jede Weiterentwicklung für beendet hielt. Er ließ er sich täuschen von allem, was er sah. Seine Welt wirkte bereits zu voll. Sein Blick war verstellt für die Milliarden Patente und Ideen, die nach 1899 kommen würden.

Wir denken: „Wie blöd war der denn!“ Mit dem Wissen von heute ist es offensichtlich, dass die Zahl der Erfindungen und Patente stark zugenommen hat. Aber sind wir anders als Charles Duell? Leben wir den täglichen Wandel? Oder verhalten wir uns im Alltag genauso verblendet wie er? Wir sind umgeben von Ex-Ideen. Alles, was wir sehen, riechen, hören, benutzen, waren einmal Ideen. Alles, was wir nicht mehr missen wollen, wurde zuerst vehement abgelehnt. Ex-Ideen sind alle Produkte und Dienstleistungen, die uns nützen. Gleichzeitig halten sie uns fest. Wir kleben am Bewährten. Dabei ist das Bewährte meistens noch gar nicht alt. Vor 40 Jahren standen in einem Hinterhof in Berlin-Schöneberg noch 31 Kühe, und die Nachbarn kauften vor der Haustür ihre frische Milch. Das Neue verdrängt das Alte. Doch zuvor klammern sich viele ans Bewährte. Standard hält uns fest, und die nächsten Ideen werden abgelehnt. Alte Ideen stehen neuen Ideen immer im Weg. Halten wir nicht auch alles Sichtbare für feststehend? Oder wissen Sie, dass nichts bleibt, wie es ist?

Leben retten oder Leid verursachen

Wie reagieren Sie auf Ideen? Sagen Sie „Willkommen“ oder „Geht nicht“? Glauben Sie, Innovation ist ein Sonderfall, die absolute Ausnahme. Oder sind Ideen im positiven Sinne normal und nicht besonders? Ist Wandel normal? Die Autorin Lolly Daskal bringt es auf den Punkt: „Die schlechte Nachricht: Nichts bleibt permanent. Die gute Nachricht: Nichts bleibt permanent.“ Ein aktuelles Beispiel: Die Geburtenrate in Deutschland steigt zum vierten Mal in Folge. 2015 war es sogar die höchste Geburtenrate seit der Wiedervereinigung 1990. Die Bevölkerung wird nicht schrumpfen – so wie jahrzehntelang prognostiziert, sondern auf 83 Millionen Deutsche wachsen.

Ideen sind ein großer Schatz. Gleichzeitig sind Ideen alltäglich. Und überall. Die Welt ist voller Ideen. Stellen wir die irrtümliche Sichtweise vom Kopf auf die Füße. Das Normale ist nicht die Tradition, sondern der Wandel. Das Normale ist der Kampf neuer Ideen gegen alte Ex-Ideen.

Das heißt nicht, dass neue Ideen immer besser sind als alte Ex-Ideen. Ideen sind so gut oder schlecht wie wir Menschen. Ideen können Leben retten oder Leid verursachen. Jeder Mensch weiß, wo er das 09/11-Desaster 2001 erlebt hat. Ich saß bei meiner Oma auf dem Sofa. Draußen rauschte das Mittelmeer. Seit zwei Jahren entwickelten Matthias Klopp und ich außergewöhnliche Ideen. Dann kam 09/11, und ich sah im TV die Türme einstürzen. Neben der Sorge um die Menschen, die in den Twin Towers arbeiteten, schoss mir spontan ein Gedanke durch den Kopf: Ich kann keine Ideen mehr entwickeln. Der Einsturz der Twin Towers ist eine so außergewöhnliche Idee. Ja, abgrundtief böse, grausam, kaltblütig, mörderisch und – aus der Sicht eines Ideenprofis – genial. Eine perfekte Idee, die alle überrascht hat und mit der niemand gerechnet hätte. Ich zweifelte an meiner Profession, der Ideenentwicklung. Wenn aus kreativer Ideenentwicklung auch eine Tat wie 09/11 entstehen konnte, dann musste ich mit Ideenfitness aufhören.

Mit etwas Abstand wurde mir klar, dass Ideen nie gut oder schlecht sind. Es gibt so viele gute und schlechte Ideen wie es gute und schlechte Menschen gibt. Wie Ideen genutzt werden, liegt an Menschen und persönlichen Entscheidungen. Rockt am Ende Ihre Idee die Welt?

Geduld und Unruhe

Obwohl ich kein großer Fußbalfan bin, erinnere ich mich noch genau an die kuriose Deutsche Fußballmeisterschaft 2001, als für wenige Minuten ganz Deutschland Schalke als Deutschen Meister feierte. Ich saß am Radio. Auf Schalke feierten die Massen. Niemand realisierte, dass in Hamburg noch gespielt wurde. Oliver Kahns Bericht über die letzten Minuten ist packend. In seinem Buch ICH. Erfolg kommt von innen ist man live dabei. In der 90. Minute schießt der HSV das 1:0 gegen Bayern München. Damit wäre Schalke Deutscher Meister. Der Kopfball war unhaltbar. Kahns Mannschaft erstarrt. Bis zur 90. Minuten war Bayern München Meister. In der allerletzten Sekunde war die Meisterschale verspielt. Der Traum zerplatzt.

Wirklich in allerletzter Sekunde? Geistesgegenwärtig läuft Kahn zum Schiedsrichter: Wie viel Zeit bleibt? Vier Minuten Nachspielzeit. „Vier Minuten. Vier Minuten Zeit haben wir noch, brülle ich über den Rasen. Stefan Effenberg versteht mich sofort, schnappt den Ball und signalisiert der Mannschaft: Es ist noch nicht vorbei! […] Ich will dieses Spiel noch drehen. 93. Minute. Indirekter Freistoß für uns. Kein Zweifel, die letzte Aktion des Spiels. Vierzehn Meter Entfernung zum Hamburger Tor. […] Dieser Ball wird reingehen, denke ich […] Der Ball fetzt wie von Geisterhand geführt an allen Hamburgern vorbei und schlägt links unten ein. Der Ball ist im Tor. 94. Minute. Das Spiel ist aus. Wir sind Deutscher Meister.”

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Das ist Durchhaltevermögen pur. Die tiefe Überzeugung, in vier Minuten das entscheidende Tor zu schießen, mobilisierte die letzten Kräfte. Die Überzeugung, es in letzter Minute der Meisterschaft noch schaffen zu können, gab den Ausschlag. Der Glaube, es zu schaffen, bedeutet nicht, dass es immer klappt. Doch die extreme Motivation auf der Zielgeraden war der Grund, dass der Ball noch ins Tor ging. Ohne die eigene Überzeugung wäre es beim 1:0 geblieben. Alle Schalker Fans hätten sich gefreut. Ein Bestseller von Anja Förster und Peter Kreuz heißt Nur Tote bleiben liegen. Die Mannschaft von Bayern München hätte liegen bleiben können. Das war halt Pech. In der 90. Minute kam ein unhaltbarer Treffer. Das versteht jeder. Da kann man nichts machen. Nächste Saison wird alles besser.

Nein. JETZT! 

Aufstehen. Weiter spielen. Hätte Oliver Kahn seine Mannschaft nicht nach vorne gepeitscht, wären alle in ihrer Schockstarre verharrt. Kahns beharrliches Vermögen machte den Unterschied. Christian Bischoff schreibt: „Probleme sind Geschenke! Du musst das Geschenk in jedem Problem finden, um persönlich wachsen zu können. Das Leben verpackt Wachstumsmöglichkeiten als Probleme […] Stück für Stück wirst du an deinen Problemen wachsen. Dazu musst du das Geschenkpapier aufmachen und dich fragen: Was lerne ich jetzt von dir? Nimm den Stolperstein – küsse ihn!“ Oliver Kahn riss das Geschenk der Nachspielzeit auf und sah die verwegene, aber mögliche Chance zum Sieg. Er blieb nicht liegen. Vier Minuten – Zeit für mehrere Torschüsse.

Was haben Sie die letzten vier Minuten gemacht? Sind Sie Ihrem Erfolg ein paar Schritte entgegen gegangen? Haben Sie Ihr Durchhaltevermögen trainiert? Sind Sie an einem Problem gewachsen? Wenn man Christian Bischoff beim Wort nimmt, sind Menschen mit vielen Problemen besonders reich beschenkte Menschen. Allerdings nur dann, wenn sie nicht liegen bleiben, sondern sich aufraffen und alle Kraft in die Lösung stecken.

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Der letzte Schuss in der 94. Minute. „Ich will, will, will…“, diesen Satz habe ich in den letzten Jahren häufig gesagt. Ich will eine Innovation im Arbeitsmarkt schaffen. Ich will, dass Menschen und Unternehmen einfach passender zueinander finden. 2007 sind wir mutig mit Younect gestartet2012 wurden wir ausgezeichnet vom „Land der Ideen“Über Silber- und Bronzemedaillen-Gewinner wurde viel geschriebenMit intelligenter Vernetzung aller Beteiligten könnten Abkürzungen in der Mitarbeitergewinnung etabliert werden. Um das Ziel zu erreichen renne ich seit zehn Jahren, habe ein hohes fünfstelliges Erbe investiert, mich zusätzlich sechsstellig verschuldet, zwei Bücher geschrieben, alles in cleverheads investiert. Habe ich mich verrannt? Bin ich zu weit gegangen? Wann laufen die letzten vier Minuten des Spiels? Keiner weiß, wie weit der Weg noch ist. Und die besten Ideen sind noch in der Pipeline. Ich freue mich auf 2018!

Innovation braucht beides. Risiko & Durchhaltevermögen. Struktur & Chaos. Chronos & Kairos. A & O. Mehr zu den 50.000 Puzzleteilen einer Ideen-Spinnung und Ideen-Umsetzung finden Sie in meinem Buch ROCK YOUR IDEA, das wir aktuell verschenken. Eine Liebeshymne auf Ideen für mutige Aufbrecher – Hardcover mit 120 Geschichten und 1.000 Fragen – Sie können es direkt hier bestellen. Humorvoll und unterhaltsam. Bereits beim Lesen sprudelt Ihre Kreativität.