Sie entscheiden, ob Sie Fachkräftemangel haben wollen. Seit 1984 in allen Medien. Da kann man wohl nichts machen. WAKE UP

Gepostet am 2. März 2018 in 44Fragen, Blog, Ideen, Rock Your Recruiting, Rock Your Recruiting

Sie entscheiden, ob Sie Fachkräftemangel haben wollen. Seit 1984 in allen Medien. Da kann man wohl nichts machen. WAKE UP

Zum Erscheinen meines Buches „Mythos Fachkräftemangel“ 2014 titelte die Wirtschaftswoche: „Es gibt keinen Fachkräftemangel„. WAS? Kann das sein? Seit 1984 steht der #Fachkräftemangel doch täglich omnipräsent in allen Medien – regional und überregional. Dann muss das doch so sein!

2017 legte ich im Interview noch eine Schippe drauf: „Fachkräftemangel ist ein Kassenschlager“. Meinungsforschungsinstitute verdienen sehr viel Geld mit Umfragen zum Fachkräftemangel. Die teuren Studien verbreiten sich nur mit reißerischen Schlagzeilen. Also werden Zahlen von Umfrage zu Umfrage dramatischer. „Mehr als 80 Prozent der Befragten führten als wichtigsten Beleg für einen herrschenden Fachkräftemangel den Rückgang an Bewerbungen an.“ Aus einem Rückgang von Bewerbungen wird dann die Schlagzeile: 80 Prozent der Betriebe haben #Fachkräftemangel.

Gibt es für den Rückgang von Bewerbungen nur diesen einen einzigen möglichen Grund? Also den #Fachkräftemangel? Sind andere Gründe denkbar? Könnte die ausgesprochen ungleiche Verteilung von Bewerbungen eine Rolle spielen? Ein einziger Konzern bekommt 250.000 Bewerbungen pro Jahr für 1.400 Stellen. Könnte es daran liegen, dass 75 Prozent der Bewerber Jobs zuerst auf Google suchen? Von Google kommen sie zu Stellenbörsen. Doch wer landet bei Google immer auf Platz 1 bis 3? Die Konzerne! Keine unbekannten Mittelständler oder Handwerksbetriebe. Dabei gehen 80 Prozent der offenen Stellen auf das Konto der Mittelständler und Handwerksbetriebe.

Vize Europameister

Seit 2014 habe ich 280 Vorträge zum #Fachkräftemangel und #RockYourIdea vor rund 35.000 Unternehmerinnen, Unternehmern und Personalverantwortlichen gehalten. Eine Kostprobe vom HOGAST in Salzburg (Minute 17 bis 53), aus dem Dompalais in Erfurt und vom PM-Camp in Berlin. Ich war in Schiffdorf, Wildeshausen, Deggendorf, Simmern, Herrenberg, Greiz und Schleiz. Überall habe ich tolle, engagierte Menschen getroffen, die anderen Menschen auf Augenhöhe begegnen. Wer sich auf Augenhöhe begegnet, ist neugierig und lernt gerne neue Perspektiven kennen.

Für neue Perspektiven steige ich auf Leitern. Von oben sieht alles ganz anders aus.

Von oben sehe ich die unfassbar große Zahl von 23 Millionen Unternehmen in Europa und 3,6 Millionen Unternehmen in Deutschland. WARUM bei Ihnen? Warum sollte ich mich bei Ihrem Unternehmen bewerben? Haben Sie einen guten Grund, der sich von 23 Millionen anderer guter Gründe unterscheidet?

Vier Millionen Deutsche arbeiten im Ausland. Sie haben von Unternehmen in anderen Ländern bessere Angebote bekommen: „Die harten Faktoren heißen nach wie vor: faire Bezahlung, Vollzeit, unbefristet. Punkt.„, sagt Lars Fiehler, Sprecher der IHK Sachsen. Mit vier Millionen deutschen Fachkräften, die eine Arbeit im Ausland bevorzugen, ist Deutschland Vize Europameister der Auswanderer knapp hinter Polen. Woran könnte das liegen? In Deutschland sind viele Menschen zeitlich befristet angestellt. Sie müssen sich immer wieder Sorgen um ihre Zukunft machen. In Deutschland ist jeder zehnte Beschäftigte betroffen. Natürlich bevorzugen die meisten Fachkräfte einen unbefristeten, sicheren Job im Ausland statt befristeter Jobs in Deutschland. Und Sie? Liefern Sie den vier Millionen Fachkräften gute Gründe zu bleiben? Könnten Sie sie vom Weggehen abhalten mit besseren Angeboten? Und wie wird Ihr heißes Angebot bei den Fachkräften bekannt?

Un-Sichtbar?

Unternehmen sind hinter Mauern versteckt, damit Wind und Wetter draußen bleiben. Fassaden, Büro- und Fabrikgebäude haben ungewollt eine andere Wirkung: Sie machen Firmen unsichtbar mit allem, was sie Tolles leisten. Der Weltmarktführer ist genauso unsichtbar wie eine Bruchbude kurz vor der Pleite. Kein Mensch kann ahnen, was in den Betrieben hinter den Mauern geleistet wird. Wir nehmen nur wahr, was unsere Sinne erreicht. Wir schmecken, was wir essen und trinken. Wir stellen fest, dass es regnet, wenn wir die Tropfen trommeln hören und die Nässe auf unserer Haut spüren. Der Mensch ist ein Sinneswesen. Was er nicht sieht, erlebt und wahrnimmt, bleibt versteckt und unsichtbar. Schlimmer noch: Das gibt es für ihn nicht.

Wer nimmt Sie wahr? Ragen Sie heraus wie der Porsche am Kran mit der Aktion „Cash or Crash“? Vereinfachen Sie Ihre Prozesse wie die Caritas Düsseldorf „Bei Anruf Ausbildung“? Schaffen Sie einen viralen Video-Hit als Ausbildungsbetrieb, als singende Bewerberin oder als Initiative für Good News, deren ‚best of 2017‘ über eine halbe Million Mal gesehen und 12.354 Mal geteilt wurde? Wofür stehen Sie? Was zeichnet Sie aus? Was macht Sie sichtbar? Es geht um Aufmerksamkeit.

Dabei ist Aufmerksamkeit kein Selbstzweck. Doch wenn Ihr Betrieb nicht auffällt und gesehen wird, wie sollte irgendeine Bewerbung zu Ihnen gelangen? Zwischenzeitlich ist der Markt der Job-Plattformen auf die gewaltige Zahl von über 2.500 gewachsen. Wie wahrscheinlich ist es, dass Ihre Stelle überhaupt gefunden wird? Wissen Sie, in welchen Jobbörsen die für Sie interessanten Kandidaten suchen? Sind Sie dort gezielt vertreten? Wissen Sie, wer sich NICHT bei Ihnen bewirbt? Das ist immer die absolute Mehrheit.

Eine sinkende Anzahl an Bewerbungen sagt mehr über das exponential gestiegene Massenangebot von Jobbörsen aus als über sinkende Zahlen von Fachkräften. Lars Fiehler, Sprecher der IHK Sachsen kommt zu dem Schluss: „Einen flächendeckenden Fachkräftemangel gibt es nicht. Die viel zu hohen Zahlen basieren nicht selten auf diffusen Hochrechnungen. Jeder weiß das, trotzdem plappern es alle nach. […] Für die hohen Zahlen sorgen sehr viele Doppelzählungen. […] Und zu den Rekordbeschäftigungszahlen […] passt die Aussage vom Fachkräftemangel auch nicht.“

Rekorde

Wir jagen von Beschäftigungsrekord zu Beschäftigungsrekord. Nie zuvor gab es mehr Fachkräfte! Ist es sprachlich überhaupt legitim, von #Fachkräftemangel zu sprechen? 2014: „In Deutschland herrscht Rekordbeschäftigung.“ 2015: „Deutsche Industrie mit Rekordbeschäftigung.“ 2016: „Beschäftigungsrekord: 43,4 Millionen Menschen waren im Schnitt 2016 erwerbstätig.“ 2017: „Die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland kletterte in 2017 so kräftig wie seit zehn Jahren nicht mehr.“ Auch 2017: „44,3 Millionen Erwerbstätige – der höchste Wert seit der Wiedervereinigung.“

Der Personalchef eines Global Players aus Bayern sagte mir auf einer Veranstaltung, er könne mir seinen #Fachkräftemangel belegen: 300 unbesetzte Ingenieursstellen. Auf Nachfrage stellte sich heraus, dass Bewerber in dieser Firma zehn Jahre Berufserfahrung haben müssen. Es mangelte also an Ingenieuren mit zehn Jahre Berufserfahrung, die bereit waren, zu diesem Unternehmen zu wechseln und umzuziehen. Die eigene Entscheidung führte zu diesem engen Filter. Als zum ersten Mal in der Firmengeschichte 30 Trainee-Stellen für Ingenieure ausgeschrieben wurden, kamen 2.000 qualifizierte Bewerbungen. Kann man hier tatsächlich von #Fachkräftemangel sprechen?

Viele qualifizierte Bewerber gehen leer aus. Wie passt das zu #Fachkräftemangel? Im Sport gibt es Gold, Silber und Bronze. Auf ihre Jobsuche bekommen die meisten GUTEN Bewerber Absagen! Einer bekommt die Stelle. Silber- und Bronzemedaillen-Gewinner gehen leer aus. Würden Sie besonders gute Bewerber, die Sie gerade nicht einstellen können, im Branchennetzwerk weiterempfehlen?

Würden Sie Top-Kandidaten mit einer Empfehlung positiv überraschen? Sie würden vom positiven Image profitieren, wenn Sie Menschen eine Tür in der Branche öffnen, für die sie sich gerade bei Ihnen beworben hatten. Oder gönnen Sie der Konkurrenz nichts? Es ist Ihre Entscheidung!

Das Besondere?

Was zeichnet Sie in der Personalgewinnung aus? Für welches Firmen-Alleinstellungsmerkmal haben Sie sich entschieden? Was unterscheidet Sie? Bei Produkten und Dienstleistungen ist es völlig klar, dass ein klares Alleinstellungsmerkmal zum Erfolg führt. Und im Recruiting? Bieten Sie allen Fachkräften in Ihrer Firma unterschiedliche Arbeitszeiten? Zeichnen Sie sich aus durch zehn Tage bezahlte Fortbildung pro Jahr und Mitarbeiter, die die Kollegen frei wählen können? Beides machen erfolgreiche Firmen bereits. Wie weit sind Sie davon entfernt? Warum sollte ich zu Ihnen kommen? WaBriMiDa? Was bringt mir das? Fallen Sie auf durch außergewöhnlichen Spaß bei der Arbeit? Kennen Sie den Musikgeschmack Ihrer Kandidaten und locken Sie Bewerber mit Tickets für das Heavy-Metal-Festival? Reagieren Sie schneller auf Bewerbungen als es in Ihrer Branche üblich ist? Ein Hotel in Coburg antwortet seit Juni 2016 allen Bewerbern innerhalb von 24 Stunden. Die Bewerber sind positiv überrascht von dieser Wertschätzung und fühlen sich ernst genommen.

Mehr gute Bewerber kommen zum Vorstellungsgespräch. Das führt zu mehr guten Mitarbeitern. Mehr gute Mitarbeiter führen wiederum zu mehr Empfehlungen neuer Bewerber duch zufriedene Kollegen. Ein perfekter Kreislauf, der mit schnellen Antworten beginnt, ein Alleinstellungsmerkmal in der Hotellerie.

Welche sichtbare Unterscheidung bringt Ihrem Unternehmen die ungeteilte Aufmerksamkeit von Fachkräften? Könnte #Fachkräftemangel ein Mangel an Ideen sein? Ein Mangel an Unterscheidung in der Personalgewinnung? Ein Mangel an Aufmerksamkeit? Ein Mangel an guten Gründen, sich zu bewerben? Ein Mangel an schneller und wertschätzender Reaktion? Ein Mangel an Respekt? Ein Mangel an WaBriMiDa? Ein Mangel an unbefristeten Stellen? Ein Mangel an Unternehmenskultur? Ein Mangel an Mitarbeitern, die so stolz auf ihren Arbeitgeber sind, dass sie im Freundes- und Bekanntenkreis neue Kandidaten gewinnen? Ein Mangel an Innovation in der Personalgewinnung?

Alles geht anders

Es ist Ihre Entscheidung, ob Sie den #Fachkräftemangel als gegeben hinnehmen oder ob Sie überzeugende Alleinstellungsmerkmale entwickeln, die zu Sichtbarkeit und Aufmerksamkeit bei Fachkräften führen. Es ist Ihre Entscheidung, ob Sie Menschen, die Ihnen Ihre Erfahrung, Energie, Zeit und Lernbereitschaft anbieten, so behandeln wie Kunden oder ob Sie Bewerber vergraulen.

In jeder Region und allen Branche treffe ich Unternehmen, die keinen #Fachkräftemangel haben. Was unterscheidet sie? Schaut man genauer hin, heißt das Rezept „ANDERS„. Sie trauen sich, ANDERS zu suchen, ANDERS zu werben, ANDERS zu antworten und ANDERS mit Menschen umzugehen. Sie probieren mehr ANDERS aus, sind ANDERS ideenreich und auch ANDERS tatkräftig.

Herzliche Einladung zum wilden Spinnen & tatkräftigem Umsetzen: