Ideenfitness-Training vs. „Wir machen mal ein Brainstorming“-Dilettantismus

Gepostet am 6. Oktober 2017 in 44Fragen, Blog, Ideen, Mehrwert

Ideenfitness-Training vs. „Wir machen mal ein Brainstorming“-Dilettantismus

Wir sind aufgrund der NICHT zahlenden Patienten erfolgreich.“ UMDREHEN. 70 Prozent der Patienten werden kostenlos operiert. 39 Millionen Menschen weltweit sind blind. Grauer Star ist die Ursache für die Hälfte aller Blindheitsfälle. Eine zehnminütige Operation kann den Grauen Star heilen, doch viele Menschen haben dafür kein Geld. Dr. Govindappa Venkataswamy beobachtete fasziniert die standardisierten Prozesse in Fast Food Restaurants. ÜBERTRAGEN. Was wäre, wenn die Operation vom Grauen Star so standardisiert, schnell und gut wäre? Er gründete Kliniken, die auf eine einzige Operation spezialisiert sind. Während ein indischer Augenarzt im Schnitt 400 Fälle von Grauem Star im Jahr behandelt, bringen es seine Spezialisten auf 2600 Operationen. Die Qualität der Eingriffe gilt als erstklassig. Die Qualität kommt von der Übung seiner Ärzte. Um wie am Fast Food Fließband zu operieren, zahlt die Mehrzahl der Patienten nichts. Reiche Patienten kommen wegen der hohen Qualität. Diese 30 Prozent der Kunden zahlen auch für 70 Prozent arme Patienten. Die Standardisierung der Abläufe sind vom Burger-Restaurant ÜBERTRAGEN. Mehr OPs bringen mehr Knowhow, Erfahrung und Qualität. STEIGERN. Keine Exklusivität für reiche Patienten. STREICHEN. Das ist Ideen-Handwerk.

Ideen kommen nie aus dem Nichts. Wenn uns Geistesblitze überraschen, gehen ihnen Erlebnisse, Freude, Lachen, Ärger, Trauer, Verlust, Gewinn, Fragen und Einsichten voraus. Neue Ideen sind wie Cocktails – aus unterschiedlichen Zutaten neu gemixt. Es liegt an den Zutaten und am Mixen, ob der Cocktail schmeckt. Natürlich gibt es Künstler, denen eine Melodie im Traum einfällt, oder ein Hit fließt komplett in einem Stück aus der Hand ins Klavier. Die träumende Maria Mena schreibt Songs seit sie neun Jahre alt ist und Klavierlehrer Howard Jones hat in diversen Bands gespielt, bevor er im Wembley-Stadion auftrat. Das Neue zu mixen, ist keine Zauberei, sondern solides Handwerk, regelmäßiges Training und harte Arbeit – in jeder Branche. Eine Teilnehmerin im Rock-Your-Recruiting-Ideen-Training schrieb mir: „Ideen generieren, ist harte Arbeit, die nimmt mir keiner ab, da hatte ich falsche Erwartungen.“

Diese falschen Erwartungen werden im Business-Alltag geprägt. Im Meeting von 10 bis 11 Uhr machen wir schnell mal ein Brainstorming. Erwartet werden unfassbar geile Ideen. „Seid kreativ, jetzt.“ Ohne Aufwärmen. Ohne Training. Und ohne Zutaten. Einfach so aus dem Nichts. Kreativität auf Knopfdruck. Das ist so, als würden Sie sagen: „Rennen Sie Marathon. Jetzt!“ oder „Operieren Sie die Hüfte. Jetzt!“ Beim Arzt erwartet man eine jahrelange Ausbildung und Berufserfahrung. Zum Marathon oder Ironman meldet sich niemand nach einem Mal Joggen an. Aber kreativ sein, das geht nebenbei. Das kann doch jeder. Wirklich? Ohne Übung und ohne Erfahrung? Einfach so Berge grandioser Ideen und Ideen wie Sand am Meer? Welche Mannschaft geht ohne Training und ohne Aufwärmen aufs Spielfeld und erwartet einen haushohen Sieg?

Im Sport würde man Sie für diese Ansicht zu Recht auslachen. Ideen werden genauso wenig aus dem Ärmel geschüttelt wie weltmeisterliche Tore. Wie viele Trainings brauchte Mario Götze, um das Tor zur Weltmeisterschaft 2014 zu schießen? Mit der Brust angenommen und mit Links rechts am Torwart vorbei. Doch beim Brainstorming bringen alle ad hoc Höchstleistung und Ideen werden nebenbei aus dem Ärmel geschüttelt. Das ist entweder Dilettantismus oder Hochmut. Ideenfitness braucht auch Training. Und mit jeder Trainingseinheit werden Sie besser und professioneller.

Genauso verherend wie „Sei kreativ. Jetzt“ ist der Satz „Ideen hat man, oder hat man nicht“. Ist das etwa Schicksal? Liegt es an den Genen? Hat man Glück oder Pech? Das ist eine faule Ausrede. Jeder Mensch kann kreativ sein und Kreativität lernen. Ideenfitte haben mehr trainiert. Natürlich gibt es Unterschiede, ob man im Team der Weltmeister, in der Champions League, 1. Liga, 2. Liga oder 3. Liga spielt. Auch Hobby-Sportler trainieren mehrfach die Woche. Ob Ideenfitness ein Hobby bleibt oder zum Tor im Finale der Weltmeisterschaft führt, das ist offen. Aber trainieren kann jeder. Geniale Kreativität gibt es weder ungeübt noch instant. Eine Instant-Lösung wie Pulver, Ein-Klick oder eine Formel wäre so praktisch. Kreativitätstechniken helfen, aber bieten keine Garantie für gute Ideen. Methoden sind Trainingsgeräte für die Ideenfitness. Wie Krücken – eine wertvolle Hilfe. Um die Krücken wieder loszuwerden, macht man mehreren Wochen eine Reha. Training von 8 bis 12 und von 14 bis 18 Uhr. Machen Sie 8 Stunden täglich kreatives Training, dann garantiere ich Ihnen Ideenfitness. Kreativitätsmethoden wirken nicht instant. Aber mit regelmäßiger Übung.

Wichtiger als die einzelnen Methoden sind die Grundprinzipien. Das Handwerk. Die achtzehn Werkzeuge der Innovation: Steigern, umdrehen, brechen, verkleinern, ersetzen, reduzieren, streichen, infrage stellen, vertiefen, vergrößern, entdecken, Regel ändern, kombinieren, Nutzen erhöhen, übertragen, provozieren, Fehler machen, träumen. Im Werbefilm ‚Heimkommen‘ zeigt EDEKA die Einsamkeit älterer Menschen zu Weihnachten. 100 Sekunden, die PROVOZIEREN und ein Tabu BRECHEN. 40 Millionen Zuschauer in 10 Tagen und weltweit Berichte über den neuen Mut in der deutschen Werbung. EDEKA hatte den Mut, das Scheitern in Kauf zu nehmen. Risiko ist Risiko und bleibt Risiko. Es gibt keine Abkürzung. Niemals. Neues = Risiko, dass es nicht klappt. Herbert Grönemeyer produzierte vier erfolglose Alben. Seine Plattenfirma kündigte den Vertrag. Doch Grönemeyer ging weiter ins Risiko. Im 5. Anlauf brachte ihm ‚Bochum‘ den Durchbruch und sein sechsten Album ‚Ö‘ war 22 Jahre lang das erfolgreichste deutsche Album. TRÄUMEN und MACHEN.

Kreativität führt an Orte, an denen vorher niemand war. Unbekannte, unentdeckte Orte. Was nicht überrascht, ist nicht neu. Der Blick über den Tellerrand reicht nicht. Zerstören Sie Tellerränder.

Künstliche Intelligenz wird die Wirtschaft so grundlegend verändern wie vor 100 Jahren die Elektrizität. Menschliche Entscheidungen werden durch KI unterstützt. Vernetzte Autos können zu über 90 Prozent ausgelastet sein und stehen nicht wie jetzt 95 Prozent der Zeit ungenutzt herum. So würden 80 Prozent der Straßen und Parkplätze frei für eine neue Gestaltung mit Gärten und Orten für Gemeinschaft. Die höchste Lebensqualität haben Städte, in denen Fahrradfahrer mehr Platz als Autos bekommen. In Australien werden Einfamilienhaus vom Roboter HadrianX in 48 Stunden gebaut. In Dubai und China werden Häuser und Bürogebäude vom 3D-Drucker gedruckt. In den Niederlanden wird eine Fußgängerbrücke aus Metall gedruckt und eine Fahrradbrücke aus Beton im 3D-Druck gebaut. Schutzwesten der Polizei und Gewebe für medizinische Implantate werden aus Seidenfasern von Spinnen gewebt, sie sind drei bis fünfmal so zäh wie Kunstfasern und bieten einzigartige Stabilität und Dehnbarkeit. Ein anderes neues Material ist zehnmal stärker als Stahl und könnte Stahl ersetzen. Die Investmentfirma DAO, die nur als Code existiert, hat 140 Millionen US-Dollar gesammelt hat. Blockchain schafft ein neues Internet, dezentraler, sicherer und mit smarten Verträgen. Massive Veränderungen. Überall. Schreien Sie schon vor Glück?

Alles geht anders. Was mixen Sie anders? Leckere Cocktails im Forrest Point in Brooklyn entstehen beim Mixen und Testen vieler Rezepte. Kreativ sein, ist neu KOMBINIEREN, bis es schmeckt. Salz + Streuer war eine neue Kombination. 1893 erhielt Henry Thacker ein Patent für die Streufähigkeit und Portionierbarkeit von Salz. Vorher stand ein Salzfaß auf dem Tisch oder eine geschmückte Schale in Form eines Schiffs. Auch Eis am Stiel war mal neu. 1905 ließ ein Junge in Kalifornien nachts sein Brausewasser draußen stehen mit einem Rührstab darin. Der Nachtfrost schuf das erste Eis am Stiel. Doch erst 1923 wurde der Rahmeislutscher patentiert. Ideen brauchen Zeit zum Garen und Reifen. Keine Idee kommt perfekt aus dem Kopf. Was sich durchsetzt, wurden 100 Mal geschliffen und verändert. Immer wieder vergrößert, verkleinert, gebrochen und mit neuen Zutaten gemixt. Netflix feiert 2017 bereits 20. Geburtstag. Das Neue ist immer älter als wir denken, weil wir die Geburt und Kindheit nicht sehen. Bei Babys weiß niemand, welche Talente der neue Mensch hat. Erst mal füttern, wärmen und liebhaben. Neues braucht Zeit zur Entfaltung. Die meisten Ideen sind Sprungbretter zur nächsten Idee. Oft ist erst die 53. oder 335. Idee ein Brillant.

VERKLEINERN. Die Langspielplatte wurde zur CD. Heute passen Milliarden Songs ins Smartphone. Vor 10 Jahren war diese Idee eine Weltneuheit. Heute normal. Die Carbon-Keramik-Bremsbeläge ERSETZEN Bremsen und REDUZIEREN das Gewicht in Autos und Flugzeugen um 70 Prozent. Eine Firma, die Sprengungen im Gebirge und in Minen vornimmt, bot Kunden die passende Chemikalie zur Sprengung an. Weil diese Menge nachvollziehbar war, konnten Preise nie wesentlich gesteigert werden. ERSETZEN. Statt einer kleinen Menge Chemikalien bepreist die Firma nun die große Masse gesprengten Gesteins. STEIGERN. Preise können vom Kunden nicht mehr einfach nachvollzogen werden. Die Sprengfirma hat die Preise und den Umsatz gesteigert, ohne Kunden zu vergraulen.

Gutenberg KOMBINIERTE die bekannte Geldpresse mit der ebenfalls bekannten Weinpresse zum  revolutionär neuen Buchdruck. BRECHEN. Er brach mit der Schreibkraft als Engpass zur Verbreitung von Büchern. Die sehr erfolgreiche Firma CEWE holte Filme in Drogerien ab und druckte Fotos aus. Ein Bombengeschäft. Doch CEWE blieb nicht stehen. INFRAGE STELLEN. Mitten im Erfolg wurde alles Analoge infrage gestellt und das digitale Fotobuch geschaffen. Neues beginnt mit Besser-Fragern statt Besserwissern.An roten Ampeln und im Stau 44 FRAGEN zu stellen, ist Ideenfitness-Training.

In Deutschland sind mehr als 10 Millionen Menschen Mitglied in einem der 8.700 Fitnessclubs. Was wäre, wenn es auch Ideenfitness-Clubs gäbe? ÜBERTRAGEN. Ideenmeisterinnen und Ideenmeister trainieren das Spinnen. Für das tägliches Training an jedem Ort, wo Menschen wohnen, gründen wir 11.000 Ideenfitness Center in 11.000 Städten Deutschlands. Ideen werden provoziert, Antennen ausgefahren, Chancen erkannt, dem Zufall wird mit Ideen-Handwerk auf die Sprünge geholfen, Ideen werden wie Sand am Meer gemixt, ausprobiert, getestet, Prototypen gebaut, die Wirkung erlebt, gehobelt, geschliffen und gefeilt. Bis ein Ideen-Diamant in der Region umgesetzt wird. Acceleratoren für Startups gibt es nur in Großstädten. Doch die Mehrzahl der Menschen lebt in Deutschland dezentral und ländlich. Von 4.500 Gemeinden sind 30% Städte und 70% ländliche Gemeinden. Deshalb erwecken Ideenfitness Center Wirtshäuser und Städte mit neuem Leben. Mit Gemeinschaft. Mit eigenen Ideen. Mit Gestaltung. Mit Spinnen und Machen, Träumen und Tun.

Sind Ihre Vorratskammern mit ZUTATEN gefüllt? ZUTATEN sind wie beim Kochen und Backen die Basis. Was nicht vorhanden ist, kann nicht gemixt werden mit BRECHEN. STEIGERN. STREICHEN. UMDREHENINFRAGE STELLEN. Wer sagt, dass Azubis jung sein müssen? 15jährige werden in Europa weniger. Na und? Die ING DiBa bildet seit 2006 Azubis aus, die 50 Jahre alt sind. 50jährige werden immer mehr. Wo ist das Problem? GEWOHNHEIT BRECHEN. Wer legt fest, dass 40 Stunden Vollzeit optimale Arbeitsleitung bringt? Eine Softwarefirma in der Nähe von Mainz hat 40 Mitarbeiter/innen und 40 Arbeitszeitmodelle. Tandemploy mischt mit Jobsharing-Tandems und der Software flex:works die Arbeitswelt auf. Zwei Menschen, die zusammen in Vollzeit arbeiten, bieten doppeltes Knowhow, doppelte Erfahrung, mehr Stärken und sogar eine erhöhte Flexibilität, sich gegenseitig zu vertreten. GEWOHNHEIT BRECHEN. Steigern, umdrehen, brechen, verkleinern, ersetzen, reduzieren, streichen, infrage stellen, vertiefen, vergrößern, entdecken, Regel ändern, kombinieren, Nutzen erhöhen, übertragen, provozieren, Fehler machen, träumen. An die Arbeit.

Rock Your Idea. Buch. Hörbuch. E-Book. Prämiert mit dem Alternativen Wirtschaftsbuchpreis 2016.

Rock Your Recruiting. Ein Training für eigene, passende Ideen in der Personalgewinnung.

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5 Tipps für erfolgreiche Teams – 50% erlernte Kompetenzen + 50% persönliche Stärken

Gepostet am 26. September 2017 in 44Fragen, Blog, Ideen, Rock Your Recruiting

5 Tipps für erfolgreiche Teams – 50% erlernte Kompetenzen + 50% persönliche Stärken

Immer mehr Menschen arbeiten in Teams. Die meisten Menschen sind keine Einzelkämpfer, und Teams können zusammen große Projekte stemmen. 76 Prozent aller deutschen Startups bauen ihr Unternehmen als Team auf laut dem Deutschen Startup Monitor 2016. Das niederländische Unternehmen Buurtzorg, ein Anbieter ambulanter Pflege, hat gar kein Management und deren mehr als 10.000 Mitarbeiter organisieren ihre Arbeit in Tausenden Teams selbst. Die Berliner Startups Blinkist und Einhorn praktizieren Holakratie und übergeben ihren Mitarbeitern mehr Aufgaben und Verantwortung in Teams, statt eine hierarchische Ordnung aufzubauen. 2013 waren in Deutschland 580.000 Vereine registriert, siebenmal so viele wie vor 50 Jahren laut dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft. Es gibt also 580.000 Teams in Vereinsleitungen im Sport und Gemeinwesen.

Millionen Teams starten als Business-, Projekt- und Vereins-Partner mit einer Idee und dem Zweck. Teams vereint der Wunsch nach erfolgreicher Teamarbeit. Doch was bedeutet das? Was wissen wir über erfolgreiche Teams? Was beeinflusst den Erfolg? Wie bereitet sich ein Team vor? Wie wird ein Team aufgestellt? Gibt es professionelles Talent-Scouting wie im Sport? Wie läuft ein Team dauerhaft am besten? Gibt es Teammuskeln, die man trainieren kann? Gibt es den perfekten Mix?

Meistens wird einfach mal losgelegt. Zwei-drei Gleichgesinnte tun sich zusammen und starten. Das machen schließlich alle so. Doch 70 Prozent der Startups, die ihre Tätigkeit einstellen, berichten von Problemen im Team. Auch Projektteams und Vorstände stehen häufig vor einem Scherbenhaufen und wissen nicht, warum es nicht funktioniert hat. Warum scheitern so viele? Wer passt zusammen? Die Suche nach passenden Geschäftspartnern und Teammitgliedern ist ein zentraler Schlüssel zum Erfolg. Wer hat den Schlüssel? „In allen Unternehmen aller Branchen geht es um die Menschen. Wenn die Teams nicht optimal zusammengesetzt sind, können auch keine optimalen Ergebnisse erzielt werden.“, schreibt Dr. Johannes Bohnet von seerene.

goforteam GmbH & Co. oHG

Was können neue und auch bestehende Teams tun, damit ihre Zusammenarbeit erfolgreich wird?

Tipp 1: Der Mix macht`s

Das Sprichwort „gleich und gleich gesellt sich gerne“ trifft auf viele Teams zu. Das ist menschlich. Häufig gründen Freunde oder Kommilitonen zusammen eine Firma oder einen Verein. Man versteht sich auch privat gut und denkt, das sei die perfekte Team-Basis. Doch je ähnlicher der Wissens- und Erfahrungshintergrund ist, desto unwahrscheinlicher ist der perfekte Mix. Wer zu ähnlich ist, kann sich nicht verstärken, sondern hemmt sich durch Gleichheit. Zu diesem Schluss kam auch schon die Fraunhofer-Studie „Wettbewerbsfaktor Kreativität“ im Jahr 2000.

Im leckeren Menü und duftenden Brot sorgen die Zutaten für den besonderen Geschmack. Ein ausgezeichnetes Team lebt wie die Kochkunst und das Backhandwerk von der perfekten Mischung.Mit einheitlichen Zutaten werden langweilige Ergebnisse erzielt. Mehl und Mehl ergibt Mehl und kein Brot. Das gilt auch für ein Team. Unterschiedliche Zutaten bestimmen den Geschmack und die Würze. Was nicht vorhanden ist, kann nicht gemixt werden. Was nicht gemixt wird, fehlt im guten Team. Der Mix macht’s.

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Zutaten kreativ mixen. Ideen-Cocktails probieren – bis es schmeckt. Subversiv verknüpft alle Grenzen überschreiten

Gepostet am 25. Juni 2017 in 44Fragen, Blog, Ideen

Zutaten kreativ mixen. Ideen-Cocktails probieren – bis es schmeckt. Subversiv verknüpft alle Grenzen überschreiten

Wir fragen zu wenig und wissen zu viel. Wir sind Besserwisser statt Vielfrager. Wir meinen, alles zu wissen, dabei wissen wir wenig. Das meiste „Wissen“ besteht aus Definitionen der Vergangenheit und Vorurteilen. Das ist halt „so und so“.

In 20 Jahren meiner beruflichen Tätigkeit habe ich diverse Branchen gesehen und Startups gegründet. NIE war ein Markt, eine Zielgruppe, ein Problem tatsächlich sso und so, wie es von außen erschien.

Immer führen 44 Fragen in die Tiefe und über oberflächliche Definitionen hinaus. Spiegel Online hat 2015 mehrere teure Prognosen zum Fachkräftemangel hinterfragt. Welche Szenarien trafen tatsächlich ein? Das Fazit: Nichts. Keine einzige Prognose ist eingetroffen. Umfragen mit warnenden Prognosen sind einfach ein gutes Geschäft der Meinungsforschungsinstitute. Noch eine ganz andere Überraschung: Über 10.000 Mitarbeiter in der Pflege ohne Management – undenkbar bis ein Niederländer das System hinterfragt hat. Zur Überraschung aller Experten werden Patienten schneller gesund, Pflegekräfte sind seltener krank, 35 Prozent der Kosten werden eingespaart. Pflegekräfte teilen ihre Zeit selbst ein, das Management wurde gestrichen, die Selbstwirksamkeit der Kollegen gesteigert.

Streichen und Steigern sind zwei von 18 kreativen Grundprinzipien, die immer zu Innovationen führen.

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Warum bekommen die meisten GUTEN Bewerber Absagen? Warum kooperieren nicht längst ALLE Betriebe? Wäre einfach & clever!

Gepostet am 15. Juni 2017 in 44Fragen, Blog, Mehrwert, Rock Your Recruiting

Warum bekommen die meisten GUTEN Bewerber Absagen? Warum kooperieren nicht längst ALLE Betriebe? Wäre einfach & clever!

Jedes Unternehmen ist hinter stabilen Mauern versteckt, damit Wind und Wetter draußen bleiben. Diese Fassaden, Mauern, Büro- und Fabrikgebäude haben ungewollt auch eine andere Wirkung: Sie machen Unternehmen unsichtbar mit allem, was sie Tolles leisten. […] Der Mensch ist ein Sinneswesen. Was er nicht wahrnimmt, bleibt versteckt und unsichtbar. Schlimmer noch: Das gibt es für ihn nicht.„, schreibe ich in Mythos Fachkräftemangel.

Unternehmen müssen sichtbar werden. Erlebbar. Relevant. Es gibt in Europa 23 Millionen Unternehmen. Warum sollte ein Mensch bei Ihnen arbeiten? Was zeichnet Sie aus? Wie finden Fachkräfte Ihr Unternehmen? Ein Volltreffer unter 2.500 Stellenbörsen mit Millionen Jobs in 3,6 Millionen deutschen Firmen, wirkt auf mich wie ein Hauptgewinn beim ‚Lotto 6 aus 49‘ mit knapp 14 Millionen Kombinationsmöglichkeiten.

Sinnlose Filter

Was suchen Sie wirklich? Welchen Nutzen hat es für Ihr Unternehmen, dass alle Kandidaten durch dieselben drei Filter gequetscht werden?

  1. Recherche in 2.500 Stellenbörsen mit der Lotto-Treffer-Quote
  2. Verfassen von Kurztexten und Diamant-Erkennung per Text
  3. live-Präsentation und Selbstdarstellung ohne Praxisbezug

Die meisten Kandidaten sind in den Disziplinen Recherchieren, Schreiben und Reden wesentlich ungeübter als in der Kernkompetenz, für die Sie Mitarbeiter eigentlich suchen. Warum werden alle Bewerber durch diese Filter gepresst? Umweg und Sackgasse! Sie werfen mehr Diamanten weg als Sie erkennen.

Professionell vernetzt?

Meine wichtigste Frage aus 44 Fragen ans Recruiting und zum Fachkräftemangel lautet: Warum bekommen die meisten guten Bewerber Absagen? Ein Handwerker in der Pfalz freute sich 2016 über 90 Bewerbungen von Elektrikern auf eine Stelle. Warum hören wir immer nur vom Mangel? Zwanzig Kandidaten waren so gut, dass er gerne alle Zwanzig eingestellt hätte. Aber er konnte nur eine Stelle finanzieren. Er sagte 19 Top-Elektrikern ab. 19 andere Handwerksbetriebe hätte er mit Top-Kandidaten versorgen können, wenn sie in der Fachkräftesicherung vernetzt gewesen wären. Welche Unternehmen so professionell vernetzt, dass sie datenschutzrechtlich korrekt 19 Bewerber empfehlen können?

Ab in den Müll

Jede Fachkraft, die eine Region verlässt, führt zu weniger Steuern, sinkender Wirtschaftskraft, weniger Investitionen und schlechterer Infrastruktur. Es wird gejammert! Warum nicht vernetzt?

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Was war dein dickster Fehler bisher? Was hast du daraus gelernt? #HR-Failure-Night #Berlin

Gepostet am 6. März 2017 in 44Fragen, Blog, Hintergrundgeschichten, Ideen, Rock Your Recruiting

Was war dein dickster Fehler bisher? Was hast du daraus gelernt? #HR-Failure-Night #Berlin

Am 20. April 2017 findet die HR-Failure-Night in Berlin statt. Dort provotaine ich über meine Flops und Ideen-Geröll auf dem Weg zu Diamanten. Zusammen mit Gero Hesse (territory embrace / Bertelsmann), Katja Wieja (ThyssenKrupp), Jannis Tsalikis (VICE Media), Katharina Oberrecht (MYTOYS Group) stiften wir Dialog und Austausch.

Der Gastgeber Florian Schrodt hat mir im Vorfeld Fragen gestellt.

Was war dein dickster Fehler bisher / was hast du daraus gelernt?

Persönlich und finanziell das dickste Fiasko sind die Insolvenzen der Younect GmbH 2014 und der cleverheads GmbH 2016. Wir wollten ein neues, wertvolles Angebot in der Personalgewinnung erschaffen und den Einsatz der Gesellschafter und Investoren vermehren. Beides ist uns nicht gelungen. Da ich selbst in beide Firmen neben 10 Jahren Zeit auch viel Geld investiert habe, werde ich noch jahrelang die Schulden abbezahlen. Ich war zu optimistisch und naiv, ich war mir sicher, dass es klappt. Ich war blauäugig-mutig. Ich hab`s versucht.

53_risiko_ist_risiko

Meine Vision lebt weiter: Jeder gute Bewerber bekommt einen Job oder eine Empfehlung. Das geht nur in Zusammenarbeit vieler Unternehmen. Über regionale Talentpools wird die Vermittlung in Unternehmen derselben Region und Branche beschleunigt. Über eine halbe Millionen Absagen von nur 253 Unternehmen ist nicht nur sinnentleert, sondern auch teuer und überflüssig. Wie viele Absagen versenden 3,6 Millionen deutsche Unternehmen und 23 Millionen europäische Betriebe. Das hatte bisher niemand im Blick. Ein endlos großes Potenzial. Nun starte ich gerade zusammen mit Index den dritten Versuch, mit cleverheads.eu den Arbeitsmarkt zu verändern.

Gelernt habe ich aus den Insolvenzen, dass es viel länger als geplant dauert, einen Markt zu verstehen und zu durchdringen.

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Expertise vs. NeuGier. Analyse + Offenheit. Der Mix macht’s

Gepostet am 14. September 2016 in 44Fragen, Blog, Meine Meinung

Expertise vs. NeuGier. Analyse + Offenheit. Der Mix macht’s
  • Neu = nicht wissen, fragen, absurd, unsicher.
  • Experte = wissen, sagen, standfest, sicher.

Ja, ich weiß, das ist bewusst schwarz-weiß überzeichnet. Expertise ist Wissen von gestern und Kompetenz bringt Stillstand, das behaupte ich in meinem letzten Artikel über Experten. Es gab viel Zustimmung und auch Widerspruch. Zum Glück 🙂

Irrweg Abschluss

Hand aufs Herz: Lassen Sie sich gerne kritisieren? Wie viel Wissen hinterfragen wir? Schaffen wir Platz für Neues? Die ZEIT titelte am 05.09.2016: „Ausgelernt gibt es nicht. Betriebliches Lernen muss sich verändern. Teams sollten permanent Neues dazulernen.“ Julia Dellnitz fordert: „Lernendes Arbeiten braucht ein gutes Umfeld. Eine Atmosphäre, in der Neugierde, Experimentierfreude und auch gute Laune ausdrücklich willkommen sind.“ Noch mal Hand aufs Herz: Praktizieren Sie in Ihrer Firma bereits lernendes Arbeiten? Widerspricht das nicht unserer Qualifikation? Wir haben bereits einen Abschluss! Oder ist ‚Abschluss‘ etwa ein begrifflicher Fehler und Irrweg?

Sehnsucht nach Ordnung

Statt permanent Neues zu lernen, tendieren wir Menschen alle dazu, uns gemütlich einzurichten und feste Standpunkte zu beziehen. Kein Wert steigt stärker im Laufe des Lebens als der Wunsch nach Ordnung und Tradition. Je älter, desto wichtiger wird Ordnung, stellt Tatjana Schnell in „Psychologie der Lebenssinne“ fest. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, sagt der Volksmund. Wer wollte auch ständig Sand im Getriebe und permanent alles hinterfragen? Niemand.

inkompetent kreativ

Herbert Ernst Lechner schrieb gestern in seinem Kommentar: „Ihr Trugschluss: Experten sitzen in den Entscheidungsgremien ergo sind die Experten die Innovationsverhinderer. Zweiter Trugschluss: Man muss inkompetent sein, um kreativ zu sein. Im Gegenteil: Konstruktive Kreativität setzt Kompetenz voraus. Fachlich mäßig kompetente Entscheider blockieren gerade die Ideen der Experten.“ Danke, da ist viel dran, doch es ist auch schwarz-weiß :-).

Viele bahnbrechende Ideen kommen von Experten, andere von Außenseitern. Der 15jährige „Jack Andraka hat eine neue Methode zur Krebsfrüherkennung erfunden: 26.000 Mal günstiger, 90 Prozent zuverlässiger und 168 Mal schneller als jedes andere Verfahren. Rund 200 Absagen bekam er“ von Experten. Erst der 201. Professor ließ den Jungen seine Idee im Labor testen. 200 Experten hatten sich getäuscht.

Wissen + Fragen

Experten

wissen

viel von

gestern.

Fragen

öffnen

Zukunft.

Wissen

P L U S

Fragen

schafft

Neues.

Ja, wir brauchen Experten, die viel wissen UND dabei offen bleiben für Fragen und Infragestellung. Wir brauchen Experten, die Abstand haben zu ihrer Expertise und sich selbst nicht zu wichtig nehmen – so wie der 201. Professor, der einem 15jährigen Laien Vertrauen schenkt. Es gibt offene Experten und arrogante Experten – so wie es auch geizige Reiche und großzügige Reiche gibt. Offene Experten wären optimal gerüstet für Innovation: Wissen + Neugier + den Willen zu wachsen.

Als Spinner verrufen

Trotzdem bleibt ein innerer Zusammenhang zwischen Expertise und Stillstand. Niemand kann ernsthaft behaupten, dass es sinnvoll ist, dass 253 Firmen zusammen 513.299 Absagen an Bewerber verschicken, um 7.701 Stellen zu besetzen. Das ist ökonomischer und menschlicher Wahnsinn. Aber das stellen nicht die gelernten Arbeitsmarkt-Experten mit BWL-Abschluss infrage, sondern ich. Die Gefahr, auf Standpunkten stehen zu bleiben, ist existent. Das hemmt Entwicklung und Wachstum. Warum habe ich als Außenseiter die Debatte zum „Mythos Fachkräftemangel“ angeheizt? Die Experten konnten oder wollten es nicht.

Die Erde – eine Scheibe. Nur wenige Experten trauten sich zu spinnen und scheinbar absurde Fragen zur Form der Erste zu stellen. Wer will schon als ‚Spinner‘ verrufen sein? Sie nicht. Ich nicht. Albert Einstein wurde von Physikern mitgeteilt, dass seine Forschung „more artistic than actual Physics“ sei, eher musisch-künstlerisch als physikalisch. Physiker stehen im Weg von Einsteins Erkenntnis. Mediziner stehen im Weg zu einer besseren Krebs-Früherkennung.

Zwei Pole

Expertise ist eine Versuchung, alles besser zu wissen. Dabei kann Expertise selbstverständlich die Grundlage zu permanenter Weiterentwicklung sein. Fundiertes Wissen + absurde Fragen – beides braucht man für tiefgreifende Ideen und Entwicklung. Spinnende Experten. A & O. Analyse & Offenheit. Himmelhochjauchzende Verrücktheit und glasklare Expertise. Nur zusammen geht`s weiter. Ich stimme Herbert Ernst Lechner zu: „Konstruktive Kreativität setzt Kompetenz voraus.“ Kreativität ‚O‘ braucht Kompetenz ‚A‘.

Ein beliebtes Beispiel in der Geschichte der Ideen ist Alexander Flemings Entdeckung des Penicillins. Sie basierte auf einem biochemischen Unfall. Unerwartet waren alle Bakterien abgestorben. Reif für den Müll. Doch Fleming war neugierig und betrachtete das misslungene Experiment unterm Mikroskop. Er fragte sich, warum alle Bakterien tot waren. So kam er scheinbar zufällig auf die hemmende Wirkung des Bakterienwachstums und entdeckte das Antibiotikum.

Achtung! Achtung! 

Hier endet die Erzählung meistens, und es klingt so, als ob jeder aufmerksame Forscher an Flemings Stelle diese Entdeckung auch hätte machen können. Doch dieser Eindruck täuscht gewaltig. Flemings Leistung war nicht nur das Untersuchen des misslungenen Experiments, sondern auch seine jahrelange, gezielte Forschung. Er suchte bereit 20 Jahre nach antibakteriellen Wirkstoffen. Bei Fleming traf die Kreativität, das misslungene Experiment zu untersuchen, auf die Kompetenz seiner 20 Jahre Forschung.

Fleming hatte seine Ideenfitness trainiert und täglich 44 Fragen gestellt. 44 mal 365 Tage mal 20 Jahre: Das sind 321.200 Fragen bis zur Entdeckung des Antibiotikums. Es dauerte weitere 10 Jahre, bis Penicillin als Medikament auf den Markt kam. 30 Jahre Forschung! Welche Fragen stellen Sie? Was bewegt Sie so sehr, dass Sie 321.200 Fragen stellen? Welcher Frust lässt Sie verzweifelt nach besseren Lösungen suchen?

Ideen rocken

Ideen brauchen himmelhochjauchzende, offene Begeisterung ‚O‘ gepaart mit glasklarer Analyse ‚A‘. Weites Spinnen ‚O‘ + direkte Kritik ‚A‘. Kein Entweder-oder, sondern ein Zusammenspiel. Expertise ‚A‘ und Neugier ‚O‘. Es ist ein permanenter Prozess, ein schwingendes Pendel vom A zum O zum A zum O. Diese schaukelnde Energie bildet den roten Faden durch mein Buch ROCK YOUR IDEA. Die A-Schritte analysieren, fokussieren und setzen um. O-Schritte schaffen Freiräume für Spinner. Ich wünschen uns mehr Experten, die ihr Wissen nutzen, um Grenzen einzureißen.

Denken Sie um Ecken. Lachen Sie. Wundern Sie sich. Wenn Ihre Expertise Sie dazu ermuntert, mehr Fragen zu stellen, dann bin ich gespannt auf Ihre Ideen!

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