Vorstellungskraft gesprengt. Wie im Kalten Krieg aus ‚Kommst du uns besuchen?‘ Ost-West-Partys wurden

Gepostet am 15. September 2016 in Blog, Hintergrundgeschichten, Ideen, Meine Meinung

Vorstellungskraft gesprengt. Wie im Kalten Krieg aus ‚Kommst du uns besuchen?‘ Ost-West-Partys wurden

Lassen Sie sich nie wieder Zeit und Mut stehlen von Menschen, die ‚geht nicht‘ sagen. Das sind zwei unsinnige Worte!

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ALLES, was Sie alltäglich nutzen, war mal eine Idee. Warum sollte Ihre Idee nicht machbar sein?

GROSSE Karriere im 5. Anlauf

Die einzige relevante Frage: Wollen Sie Ihre Idee umsetzen? Was investieren Sie an Lebenszeit, Kontakten, Mut und DurchhalteVermögen? Machen Sie auch noch den fünften Versuch wie Herbert Grönemeyer? Seine GROSSE Karriere startete mit vier erfolglosen Alben, und zwar soooo mega-erfolglos, dass die Intercord Ton GmbH den Vertrag kündigte. Doch Grönemeyer blieb dran. Hand aufs Herz: Hätte Ihre Energie und Ihr DurchhalteVermögen dafür gereicht? Mit dem 5. Album ‚Bochum‘ kam der Erfolg – scheinbar über Nacht. Grönemeyers 6. Album ‚Ö‘ stand 14 Wochen auf Platz 1 der Album-Charts und hielt 22 Jahre lang den Rekord als erfolgreichstes deutsches Album. Grönemeyer ging jahrelang ins Risiko und gab nicht auf. Vor jedem Erfolg steht nicht nur der Mut zu scheitern, sondern tatsächlich das Scheitern. Sind Sie bereit zu fünf Anläufen? Wie mutig gehen Sie in die Dunkelheit des Unbekannten? Drei, vier oder fünf Anläufe? Wie viel Dunkelheit ertragen Sie?

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Kieselstein oder Diamant

Noch mal: ‚Geht nicht‘ ist sinnentleerter Schwachsinn. Menschen, die ‚geht nicht‘ sagen, verwenden selbstverständlich alles, was zuvor eine Idee war, also alles, was uns umgibt: Bücher, Textmarker, Stühle, Kaffeemaschinen, Smartphones, Autos. Alles Ex-Ideen, für die andere gegen ‚geht nicht‘ gekämpft haben. Verschwenden Sie keine Energie mit Energie-Dieben, die an Ihren Ideen zweifeln.

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Expertise vs. NeuGier. Analyse + Offenheit. Der Mix macht’s

Gepostet am 14. September 2016 in 44Fragen, Blog, Meine Meinung

Expertise vs. NeuGier. Analyse + Offenheit. Der Mix macht’s
  • Neu = nicht wissen, fragen, absurd, unsicher.
  • Experte = wissen, sagen, standfest, sicher.

Ja, ich weiß, das ist bewusst schwarz-weiß überzeichnet. Expertise ist Wissen von gestern und Kompetenz bringt Stillstand, das behaupte ich in meinem letzten Artikel über Experten. Es gab viel Zustimmung und auch Widerspruch. Zum Glück 🙂

Irrweg Abschluss

Hand aufs Herz: Lassen Sie sich gerne kritisieren? Wie viel Wissen hinterfragen wir? Schaffen wir Platz für Neues? Die ZEIT titelte am 05.09.2016: „Ausgelernt gibt es nicht. Betriebliches Lernen muss sich verändern. Teams sollten permanent Neues dazulernen.“ Julia Dellnitz fordert: „Lernendes Arbeiten braucht ein gutes Umfeld. Eine Atmosphäre, in der Neugierde, Experimentierfreude und auch gute Laune ausdrücklich willkommen sind.“ Noch mal Hand aufs Herz: Praktizieren Sie in Ihrer Firma bereits lernendes Arbeiten? Widerspricht das nicht unserer Qualifikation? Wir haben bereits einen Abschluss! Oder ist ‚Abschluss‘ etwa ein begrifflicher Fehler und Irrweg?

Sehnsucht nach Ordnung

Statt permanent Neues zu lernen, tendieren wir Menschen alle dazu, uns gemütlich einzurichten und feste Standpunkte zu beziehen. Kein Wert steigt stärker im Laufe des Lebens als der Wunsch nach Ordnung und Tradition. Je älter, desto wichtiger wird Ordnung, stellt Tatjana Schnell in „Psychologie der Lebenssinne“ fest. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, sagt der Volksmund. Wer wollte auch ständig Sand im Getriebe und permanent alles hinterfragen? Niemand.

inkompetent kreativ

Herbert Ernst Lechner schrieb gestern in seinem Kommentar: „Ihr Trugschluss: Experten sitzen in den Entscheidungsgremien ergo sind die Experten die Innovationsverhinderer. Zweiter Trugschluss: Man muss inkompetent sein, um kreativ zu sein. Im Gegenteil: Konstruktive Kreativität setzt Kompetenz voraus. Fachlich mäßig kompetente Entscheider blockieren gerade die Ideen der Experten.“ Danke, da ist viel dran, doch es ist auch schwarz-weiß :-).

Viele bahnbrechende Ideen kommen von Experten, andere von Außenseitern. Der 15jährige „Jack Andraka hat eine neue Methode zur Krebsfrüherkennung erfunden: 26.000 Mal günstiger, 90 Prozent zuverlässiger und 168 Mal schneller als jedes andere Verfahren. Rund 200 Absagen bekam er“ von Experten. Erst der 201. Professor ließ den Jungen seine Idee im Labor testen. 200 Experten hatten sich getäuscht.

Wissen + Fragen

Experten

wissen

viel von

gestern.

Fragen

öffnen

Zukunft.

Wissen

P L U S

Fragen

schafft

Neues.

Ja, wir brauchen Experten, die viel wissen UND dabei offen bleiben für Fragen und Infragestellung. Wir brauchen Experten, die Abstand haben zu ihrer Expertise und sich selbst nicht zu wichtig nehmen – so wie der 201. Professor, der einem 15jährigen Laien Vertrauen schenkt. Es gibt offene Experten und arrogante Experten – so wie es auch geizige Reiche und großzügige Reiche gibt. Offene Experten wären optimal gerüstet für Innovation: Wissen + Neugier + den Willen zu wachsen.

Als Spinner verrufen

Trotzdem bleibt ein innerer Zusammenhang zwischen Expertise und Stillstand. Niemand kann ernsthaft behaupten, dass es sinnvoll ist, dass 253 Firmen zusammen 513.299 Absagen an Bewerber verschicken, um 7.701 Stellen zu besetzen. Das ist ökonomischer und menschlicher Wahnsinn. Aber das stellen nicht die gelernten Arbeitsmarkt-Experten mit BWL-Abschluss infrage, sondern ich. Die Gefahr, auf Standpunkten stehen zu bleiben, ist existent. Das hemmt Entwicklung und Wachstum. Warum habe ich als Außenseiter die Debatte zum „Mythos Fachkräftemangel“ angeheizt? Die Experten konnten oder wollten es nicht.

Die Erde – eine Scheibe. Nur wenige Experten trauten sich zu spinnen und scheinbar absurde Fragen zur Form der Erste zu stellen. Wer will schon als ‚Spinner‘ verrufen sein? Sie nicht. Ich nicht. Albert Einstein wurde von Physikern mitgeteilt, dass seine Forschung „more artistic than actual Physics“ sei, eher musisch-künstlerisch als physikalisch. Physiker stehen im Weg von Einsteins Erkenntnis. Mediziner stehen im Weg zu einer besseren Krebs-Früherkennung.

Zwei Pole

Expertise ist eine Versuchung, alles besser zu wissen. Dabei kann Expertise selbstverständlich die Grundlage zu permanenter Weiterentwicklung sein. Fundiertes Wissen + absurde Fragen – beides braucht man für tiefgreifende Ideen und Entwicklung. Spinnende Experten. A & O. Analyse & Offenheit. Himmelhochjauchzende Verrücktheit und glasklare Expertise. Nur zusammen geht`s weiter. Ich stimme Herbert Ernst Lechner zu: „Konstruktive Kreativität setzt Kompetenz voraus.“ Kreativität ‚O‘ braucht Kompetenz ‚A‘.

Ein beliebtes Beispiel in der Geschichte der Ideen ist Alexander Flemings Entdeckung des Penicillins. Sie basierte auf einem biochemischen Unfall. Unerwartet waren alle Bakterien abgestorben. Reif für den Müll. Doch Fleming war neugierig und betrachtete das misslungene Experiment unterm Mikroskop. Er fragte sich, warum alle Bakterien tot waren. So kam er scheinbar zufällig auf die hemmende Wirkung des Bakterienwachstums und entdeckte das Antibiotikum.

Achtung! Achtung! 

Hier endet die Erzählung meistens, und es klingt so, als ob jeder aufmerksame Forscher an Flemings Stelle diese Entdeckung auch hätte machen können. Doch dieser Eindruck täuscht gewaltig. Flemings Leistung war nicht nur das Untersuchen des misslungenen Experiments, sondern auch seine jahrelange, gezielte Forschung. Er suchte bereit 20 Jahre nach antibakteriellen Wirkstoffen. Bei Fleming traf die Kreativität, das misslungene Experiment zu untersuchen, auf die Kompetenz seiner 20 Jahre Forschung.

Fleming hatte seine Ideenfitness trainiert und täglich 44 Fragen gestellt. 44 mal 365 Tage mal 20 Jahre: Das sind 321.200 Fragen bis zur Entdeckung des Antibiotikums. Es dauerte weitere 10 Jahre, bis Penicillin als Medikament auf den Markt kam. 30 Jahre Forschung! Welche Fragen stellen Sie? Was bewegt Sie so sehr, dass Sie 321.200 Fragen stellen? Welcher Frust lässt Sie verzweifelt nach besseren Lösungen suchen?

Ideen rocken

Ideen brauchen himmelhochjauchzende, offene Begeisterung ‚O‘ gepaart mit glasklarer Analyse ‚A‘. Weites Spinnen ‚O‘ + direkte Kritik ‚A‘. Kein Entweder-oder, sondern ein Zusammenspiel. Expertise ‚A‘ und Neugier ‚O‘. Es ist ein permanenter Prozess, ein schwingendes Pendel vom A zum O zum A zum O. Diese schaukelnde Energie bildet den roten Faden durch mein Buch ROCK YOUR IDEA. Die A-Schritte analysieren, fokussieren und setzen um. O-Schritte schaffen Freiräume für Spinner. Ich wünschen uns mehr Experten, die ihr Wissen nutzen, um Grenzen einzureißen.

Denken Sie um Ecken. Lachen Sie. Wundern Sie sich. Wenn Ihre Expertise Sie dazu ermuntert, mehr Fragen zu stellen, dann bin ich gespannt auf Ihre Ideen!

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10.000 Mitarbeiter OHNE Management. Zufriedene MitarbeiterInnen. Sinkende Kosten. Früher war alles besser! WANN? Experten sind nie Erneuerer

Gepostet am 11. September 2016 in 44Fragen, Blog, Hintergrundgeschichten, Ideen, Mehrwert, Meine Meinung

10.000 Mitarbeiter OHNE Management. Zufriedene MitarbeiterInnen. Sinkende Kosten. Früher war alles besser! WANN? Experten sind nie Erneuerer

Neu = nicht wissen

Experte = wissen

Neu = unsicher

Experte = sicher

Neu = absurd

Experte = klar

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Stillstand durch Kompetenz

„Unternehmen werden weniger innovativ, wenn sie kompetenter werden“, sagt Knut Haanaes, Senior Partner bei The Boston Consulting Group. Unfassbar! Warum verlieren Unternehmen ihre Innovationskraft mit wachsender Kompetenz? Warum werden kompetente Experten weniger innovativ? Wachsendes Wissen sollte zu einer Innovationsflut führen! Ist Wissen keine Basis, um immer mehr zu ergründen und zu hinterfragen? Warum bleiben erfolgreiche Experten stehen? Eine bahnbrechende Erkenntnis, eine neue Entdeckung macht einen Menschen zum Experten. Nach Jahren der Forschung und harten Arbeit ist diese Person gefragt. Die Expertise zahlt sich endlich aus, es gibt Honorare, Auszeichnungen und Ehrendoktorwürden. In der Folge sind alle Vorträge zu DEM Thema der Expertise. Wer einen Experten einlädt, will keine Überraschung erleben.

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Alles geht nicht, bis ein Mensch anpackt und macht. T U N ! Idee = Grenze weg #AllesGehtAnders

Gepostet am 30. August 2016 in Blog, Ideen, Meine Meinung

Alles geht nicht, bis ein Mensch anpackt und macht. T U N ! Idee = Grenze weg #AllesGehtAnders

Jede Idee verschiebt Grenzen. Die Grenze des Offensichtlichen. Die Grenze des Bekannten. Hinter jeder Grenze liegt das Unbekannte. Ideen holen Neues ins Licht, machen sichtbar und bekannt.

Neues lässt sich immer schwer beschreiben, denn die Vision des Neuen muss in alten Worten transportiert werden. Das klappt meistens nicht. Sofort schallt aus Mündern aller Besserwisser: „GEHT NICHT“. Sorry, aber ‚geht nicht‘ ist schlicht sinnentleerter Schwachsinn. Lachen wir lauthals über ‚geht nicht‘ – die zwei unsinnigsten Worte.

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Dieselben Leute, die ‚geht nicht‘ sagen, nutzen selbstverständlich die Errungenschaften, für die andere Menschen gekämpft haben. Alles, was wir im Alltag verwenden, waren mal verrückte Ideen. Ob etwas geht oder nicht geht, bestimmen NIE die Personen, die ‚geht nicht‘ sagen, sondern die Menschen, die es machen. Es ist nie die Frage, ob etwas geht oder nicht geht. Im Kern steht mit einer Idee die Frage im Raum, wer sie anpackt und macht.

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Nicht alles, das wir anpacken, klappt. ABER alles, das wir HEUTE nutzen, war mal eine Idee, die ein Mensch im Kopf hatte und dann umgesetzt hat.

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Junge Menschen brauchen unser wertvollstes Gut: Zeit. Zuwendung. Ungeteilte Aufmerksamkeit!

Gepostet am 23. August 2016 in Blog, Ideen, Meine Meinung, on Tour

Junge Menschen brauchen unser wertvollstes Gut: Zeit. Zuwendung. Ungeteilte Aufmerksamkeit!

Am Freitag war ich in Belitz, Mecklenburg, südöstlich von Rostock. Dort traf ich über 30 engagierte Menschen Anfang 20, die das Kindercamp POWER ON veranstaltet haben. 83 Kinder und 33 junge Erwachsene aus Mecklenburg wohnten eine Woche lang in Zelten im Garten des Pfarrhauses. Sie tollten herum, sangen, spielten, kochten zusammen, Nachbarn brachten selbst gebackenen Kuchen. Sie feierten Andachten in der Belitzer Kirche, probten Tanz-Choreografien und das Musical vom ‚Barmherzigen Samariter‘. Das neu gebaute Baumhaus ist riesig.

Baumhaus

Die Veranstalter waren eine Woche lang rund um die Uhr für die Kinder da. Erreichbar. Ansprechbar. Nahbar und umarmbar. Keine Ablenkung. Volle Aufmerksamkeit für die Kinder. Zum Gala-Abend mit Tanz, Musical, Kinder-Moderatoren und Filmen kamen hunderte Erwachsene aus der ganzen Region um Belitz und Teterow.

Gala_hunderte_Menschen KinderCamp

Die Liebe, die die jungen POWER ON-TeamerInnen verschenkt haben, und die heitere Reife, die sie ausstrahlen, haben mich tief berührt. Der Frieden auf der Obstwiese in Belitz war eine wunderbare Erfahrung. Meine höchste Anerkennung für das, was diese jungen Menschen für Kinder aus Mecklenburg auf die Beine stellen. Die Welt braucht mehr solche Oasen.

1.077.687 Schüler ohne Schulabschluss

Oft höre ich in Seminaren und Vorträgen von Arbeitgebern die alte Leier: „Der Werteverfall ist dramatisch. Azubis sind unzuverlässig. Keiner strengt sich mehr an. Hauptschüler haben das Niveau von Sonderschülern.“ Und noch dramatischer sind die 1.077.687 Schüler, die seit 1999 in Deutschland keinen Schulabschluss geschafft haben. Ich will faule, unmotivierte Schüler nicht in Schutz nehmen. Schüler, die bereits in der siebten Klasse abschalten: „Ich hänge hier noch drei Jahre ab, dann bin ich fertig.“ haben den schwerwiegenden Irrglauben, mit 16 oder 18 Jahren fertig zu sein. Allerdings suggeriert „Abschluss“ dies. Wer hat das Wort „Schulabschluss“ erfunden? Erwachsene! Kann man bei 1.077.687 Schülern ohne Schulabschluss den Fehler nur beim Einzelnen suchen? Bei 1.077.687 einzelnen Schülern? Hand aufs Herz: Ist das nicht eher ein systemischer Fehler und ein Versagen des Schulsystems? Ist das wirklich die Verantwortung der Schüler?

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#AllesGehtAnders Die Innovations-Schaukel A & O. Heute schon trainiert?

Gepostet am 5. August 2016 in 44Fragen, Blog, Ideen, Mehrwert, Meine Meinung

#AllesGehtAnders Die Innovations-Schaukel A & O. Heute schon trainiert?

Nach drei Stunden im Ideen-Parcours kritisierte mich der Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens mit 350 Mitarbeitern und rund 100 Millionen Euro Umsatz: „Wann kommt endlich die geniale Idee, Herr Gaedt?“ Ich musste innerlich lachen. Spontan fragte ich ihn: „Wie lange hat Ihre Ausbildung gedauert? Wie lange haben Sie gelernt bis zur Meisterprüfung? Wie lange mussten Sie sich im Geschäft bewähren, bis Sie Geschäftsführer wurden?“ Drei Jahre duale Ausbildung. Arbeit als Geselle. Meisterschule. Nach 20 Jahren war er Geschäftsführer geworden.

Ideenmeister in drei Stunden? Wie naiv und anmaßend

Wie oft probieren Köche neue Gerichte, bis sie schmecken? Wie viele Torschüsse braucht ein Fußballprofi, um Torschützenkönig zu werden? Wer nicht oft genug schießt, wird zu wenige Treffer erzielen. Und dafür hat er sehr lange trainiert.

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Herbert Grönemeyers Karriere startete mit vier erfolglosen Alben, so dass die Intercord Ton GmbH den Vertrag kündigte. Erst mit dem fünften Album kam der Erfolg – scheinbar über Nacht – mit Hits wie „Männer“, „Bochum“, „Alkohol“ und „Flugzeuge im Bauch“. Hätte Grönemeyer solche Songs schreiben können ohne die Durststrecke? Grönemeyers sechstes Album Ö hielt 22 Jahre lang den Rekord als erfolgreichstes deutsches Album mit 14 Wochen auf Platz 1 der Charts. Sind Sie bereit zu fünf Anläufen? Wie weit geht Ihr Risikoappetit? Drei oder vier Anläufe? Hätten Sie den Mut zum fünften Album gehabt? Vor Erfolgen steht nicht nur die Bereitschaft zu scheitern, sondern häufig tatsächlich das Scheitern.

Wieso sollte es auf Anhieb klappen? 

Könnten Sie auf Anhieb die Gold-Medaille im Reiten, Schwimmen oder Tischtennis holen? Sie brauchen Training. Dasselbe gilt für Ideen und deren Umsetzung. Viel Training führt zur Ideen-Meisterschaft. So wie in jeder Disziplin. Um Meisterinnen und Meister zu werden, gibt es hunderte Methoden und Kreativitätstechniken: Brainstorming, Brainwriting, 6-3-5, sechs Denkhüte von De Bono, Bionik, Mindmap, Bisoziation, Scamper, Walt-Disney, Relevanzbaumanalyse, Morphologischer Kasten, Osborn-Checkliste. Alle Kreativitätstechniken wollen nur das Eine: Neue Ideen. Spaß. Offenheit. Diversität. Regelbruch. Auf den Kopf stellen. Um die Ecke denken. Blick über den Tellerrand. Aufbruch ins Unbekannte. Aber ist nicht schon das Wort Kreativitätstechnik ein Widerspruch in sich selbst? Kann eine Technik zuverlässig auf Knopfdruck Kreativität bewirken? Ist eine standardisierte Methode nicht das krasse Gegenteil von Kreativität?

Instant. J E T Z T. Sofort!

Wir wünschen uns eine hundertprozentige Lösung. Eine Technik, die augenblicklich wirkt wie eine Schmerztablette. Lösliche Kreativität wie Kaffeepulver. Ein Wirkstoff mit Garantie! Eine Instant-Lösung! JETZT! SOFORT! Methoden geben das Gefühl, Kreativität im Griff zu haben. Ideen sollen vorhersagbar werden: „Im Team-Meeting zwischen 9 Uhr und 11 Uhr steht Innovation auf dem Plan. Da sind wir kreativ.“ Kreativitätstechniken bieten weder eine Garantie für gute Ideen noch sind sie ein Selbstzweck. Bewährte Methoden können Geistesblitze provozieren. Sie sind Trainingsgeräte für die Ideenfitness, eine wertvolle Hilfe. Das Ziel bleibt, die Krücken wieder loszuwerden. Aber vorher machen Sie drei Wochen lang Reha. Training von 8 bis 12 und von 14 bis 18 Uhr. Machen Sie dasselbe mit Kreativitätstechniken. Wenden Sie acht Stunden pro Tag die Walt-Disney-Methode an, und ich garantiere Ihnen, dass Sie hinterher ideenfitter sind. Nach drei Wochen Disney-Reha brauchen Sie die Methode nicht mehr, weil Sie völlig frei die Regeln des Spinnens beherrschen. Kreativitätsmethoden machen uns nie sofort kreativer. Kurze Einführung. Loslegen. Berge grandioser Ideen. So der Wunsch. Im Sport würde man Sie für diese Ansicht auslachen. Wenn Sie eine Technik üben, üben, üben, dann wird sie Ihnen beim kreativen Mixen helfen.

Ohne Krücken kreativ

Wichtiger als die einzelnen Methoden sind die Grundprinzipien der Techniken. Zum Beispiel das Denken in verschiedenen Rollen wie bei Walt Disney und die Blickwinkel von sechs Typen wie bei De Bonos sechs Denkhüten. Oft werden Analogien gesucht. Merkmale, Ähnlichkeiten und Entsprechung werden auf neue Situationen übertragen. Die Bionik nutzt Prinzipien der Natur. Die Struktur einer Lotusblume und Insektenflügel werden übertragen auf Oberflächen, Farben, selbstreinigende Kameragläser, Schwimmanzüge und Schiffsrümpfe. Eine 6.000 Kilometer lange Ameisenstraße provoziert neue Ideen für die Logistik. Seidenfasern von Spinnen sind drei bis fünfmal so zäh wie die stabilsten Kunstfasern und einzigartig in ihrer Dehnbarkeit. Übertragen werden sie auf Schutzwesten und auf gedrucktes Gewebe für medizinische Implantate. Methoden können helfen, Unpassendes zu mixen und Unmögliches zu denken. Das Ziel lautet, ohne Krücken zu laufen und ohne Kreativitätstechniken abgefahrene Ideen zu mixen. Ideenfitness braucht tägliches Training. Nicht jeder Jogger wird den New-York-City-Marathon gewinnen. Aber mit Training wird jeder Jogger besser. Ideen-Entwicklung ist kein Spaziergang. Das ist harte Arbeit und ein Parcours mit Regeln und Gesetzen.

Hektoliterweise Fragen-Durst

Krasse Fragen bringen krasse Ideen. Langweilige Fragen ziehen nur langweilige Ideen an. Herausragende IdeenFitness starten mit FragenFitness. Wo lernen wir, gekonnt zu fragen? Wie werden wir Fragen-Profis? Indem wir Fragen stellen. Weitere Fragen stellen. Und noch mehr Fragen stellen. Stellen Sie Fragen, die keiner stellt, dann bekommen Sie Antworten, die bisher keiner hat. Wie viele Fragen stellen Sie pro Tag? Statt sich zu ärgern, stellen Sie einfach an jeder roten Ampel, in Kassenschlangen und bei Verspätungen von Bus und Bahn – also immer beim Warten – Fragen. Mit etwas Übung schaffen Sie 44 Fragen beim Warten. Starten Sie jetzt! Ihre Fragenfitness wächst. Irgendwann stellen Sie 440 Fragen pro Tag und eine Million Fragen in sieben Jahren. Fragen führen immer zu überraschenden Antworten.

Was nicht geht, wird gemacht

Immer wenn man denkt, es geht nicht, muss man Grenzen überschreiten. Das Überschreiten von Grenzen ist der eigentliche kreative Prozess. Denn Kreativität geht über Grenzen. Ideenfitness durchbricht Grenzen, um bisher unbekannte Ideen zu sehen und neue Lösungen umzusetzen. Was bisher nicht ging, wird gemacht. Dazu braucht es ungestillten Risiko-Durst. Wer Ideenfitness will, die risikofrei ist, braucht mit dem Training nicht anzufangen. Ideenfitness ist aktiver Widerstand gegen alles Bestehende. Ideenfitness ist voller Hoffnung auf das Bessere, das noch kommt. Ideenfitness muss immer weiter, die nächste Frage stellen, den nächsten Berg erklimmen. Dabei wissen auch ideenfitte Menschen nie, wann die nächste geniale Idee kommt. Ideenfitte Spinner produzieren sehr viel Schrott. Das machen sie mit Begeisterung, denn sie wissen, mitten im Geröll ist der Diamant.

Ohne absurde, scheinbar unpassende Zutaten gibt es keine außergewöhnlichen Idee

Überraschungen sind das Salz in der Suppe. Immer die gleichen Zutaten führen zu den immer gleichen Speisen. Ein Cafébesitzer will einen echten Tapetenwechsel. Er holt sich den Gärtner aus dem Krokodilhaus des Zoos und lässt ihn sein Café gestalten. Der Gärtner häuft Sandhügel auf, pflanzt Schlingpflanzen und lässt Wasser einlaufen. Ins Wasser setzt er Krokodile und stellt die Tische und Stühle auf Brücken.

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Die Bilder gehen um die Welt. Krokodil-Cafés schießen wie Pilze aus dem Boden. Der Gärtner hat gar nichts Außergewöhnliches getan. Er hat das gemacht, was er tagtäglich macht – allerdings in einem völlig neuen Rahmen. Café + Wasser + Brücken + Krokodile. Geht nicht. Stimmt. Noch nicht. Bis es jemand macht. Ideenfitness ist im Kern die Kunst, scheinbar unpassende Zutaten neu zu mixen. Der außergewöhnliche Mix macht`s.

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Vorhandene Zutaten werden neu kombiniert. Entscheidend sind daher die Zutaten in Ihrer Vorratskammer. Was sehen und lesen Sie? Wovon lassen Sie sich anregen? Was können Sie unpassend kombinieren?

Ideen-Parcours

Der Ideen-Parcours ist nicht gerade. Rahmen. Zutaten. Mixen. Diamanten. Schliff. Mehrwert. Sechs Teile, jeder Bestandteil bringt seinen eigenen Wert in den Ideen-Parcours. Steht der Rahmen nicht fest, laufen Sie am Ziel vorbei. Spinnen und mixen Sie pausenlos ohne Analyse und Auswahl, werden Sie nie etwas umsetzen. Testen Sie Ihre Diamanten häufig genug? Lernen Sie schnell dazu, und lernen Sie Ihre Idee bestens kennen? Verstehen Sie die Stärken Ihrer Idee? Können Sie den Mehrwert perfekt schleifen? Die sechs Phasen sind kein Programm zum Abhaken, sondern ein Übungsparcours. Innovation ist kurvenreich. Mit überraschenden Brüchen und Abgründen genauso wie mit unerwarteten Brücken und Abkürzungen. Ideen sind immer anders. Deshalb gibt es keine Formel. Wenn Sie geübt sind, wissen Sie intuitiv, wo Sie sich im Prozess befinden und was als Nächstes ansteht: zum Beispiel ob Sie ein klares, messbares Ziel brauchen, bereits die Zutaten sammeln oder Ihre Vision äußern. Bevor Sie Ihr Ideeninstrument richtig virtuos spielen können, müssen Sie üben. Üben. Üben. Bis Sie ein ideenfitter Profi sind.

Die Innovations-Schaukel

Ideen brauchen Offenheit (O) genauso wie Klarheit (A). Für Ideen brauchen Sie das weite Spinnen (O) ebenso wie die glasklare Kritik (A).

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Das ist kein Entweder-oder. Es ist ein Miteinander und Zusammenspiel. Innovation lebt von der Unterschiedlichkeit von A & O. Daraus entsteht Spannung. Keine Entwicklung ohne Analyse und Auswahl, kein Schritt ohne Offenheit und Weite. Es ist ein permanenter Prozess, ein schwingendes Pendel vom A zum O zum A zum O. Das Schaukeln bringt die Idee in Schwung. Diese Energie kann die Welt verändern! „To rock“ heißt auch „pendeln, schaukeln“. Ideen pendeln hin und her, sie oszillieren: Analyse, Aufgabe und Auswahl, das sind konkrete und zielgerichtete Anteile des Ideenprozesses. Offenheit und Optionen, das sind weite und visionäre Anteile des Ideenprozesses. Beide Pole sind absolut notwendig, sie ergänzen einander.  So rocken Sie mit Ihren Ideen die Welt im Rhythmus von A & O. Ideen brauchen beides: Himmelhochjauchzende Offenheit und glasklare Analyse. A & O. O & A.

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Der nächste Schritt macht den Unterschied

Egal, wo Sie im Ideen-Parcours stehen. Der nächste Schritt ist immer der wichtigste Schritt.

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Bleiben Sie stehen, oder gehen Sie weiter. Lassen Sie sich entmutigen? Oder trägt Sie Ihre Risikofreude weiter? Reicht Ihr Durchhalte-Vermögen Tausende Schritte? Dann kommt  der 21.089. Schritt. Wenn Sie den gehen, ist genau dieser jetzt der Wichtigste. Der Entscheidende, um einen Schritt weiter zu kommen. Schritt. Schritt. Schritt. Ideenfit. Fit. Fit.

ALLES geht anders!

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